Kroatien 2011

N 43° 32' E 16° 24'

1. Tag (Samstag) ZÜRICH – MARINA KASTELA

June 18, 2011

Gut, gibt es Handys, sonst hätten wir uns wohl auf dem Flughafen nicht getroffen. Obwohl wir eigentlich gar nicht weit auseinander warteten, sahen wir uns in der Menschenmenge nicht. Der Flug verlief dann aber problemlos und wir sind froh, dass wir das garstige Wetter in der Schweiz umtauschen können gegen strahlenden Sonnenschein in Kroatien.

In Split nehmen wir uns ein Taxi und fahren in die Marina Kastela. Das Büro von Elan-Yachting ist ganz am Schluss des Gebäudes zu finden. Zum Glück gibt es Einkaufswagen für das Gepäck. Leider ist das Boot noch nicht bereit, wir müssen uns bis in den Nachmittag gedulden. Deshalb stellen wir das Gepäck ein und machen uns auf den Weg ins nahe Einkaufszentrum. Unterwegs, gleich bei der Marina gibt es aber ein schönes, luftiges Restaurant. Das ist genau nach unserem Geschmack und wir genehmigen uns einen erfrischenden Drink. Der Grosseinkauf dauert eine Weile. Auf dem Rückweg ist der Einkaufswagen schön gefüllt und unser Chefeinkäufer muss vollen Einsatz geben, dass er schnell zwischen den Verkehrslücken durchschlüpfen kann.

In der Zwischenzeit ist auch das Boot bereit und wir können die Übernahme machen. Obwohl es schon 4 Jahre alt ist, scheint es doch in einem hervorragenden Zustand zu sein. Besonders beeindruckt uns das übergrosse Steuerrad. Es ist zwar etwas mühsam, sich beim Ein- und Aussteigen darum herum zu quetschen, dafür kann der Steuermann ganz entspannt auf der hohen Kante sitzen. Der Chef persönlich erklärt uns alles und staunend nehmen wir zur Kenntnis, dass wir eine richtige „Rennmaschine“ zur Verfügung haben. Super Aussichten für den Segelspass! Es gibt nur etwas, worauf uns der Chef mit Nachdruck hinweist: Der Tiefgang beträgt 2.4 m und auch das Ruder geht beinahe so tief hinunter. Wir sollten also vorsichtig sein, wenn wir Heck voran anlegen. Ach ja, und wie es sich gehört für so eine Yacht, ist auch der Achterstag zum Segeln mittels Hydraulik unter Spannung zu setzen.

Den Abend beschliessen wir im Restaurant der Marina. Wir nehmen eine Fischplatte, wie sie die Gäste am Nebentisch bekommen hatten, mmmhhh! Auch der kroatische Wein schmeckt sehr gut. Was will man mehr zum Ferienbeginn.

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N 43° 30' E 16° 25'

2. Tag (Sonntag) MARINA KASTELA - SPLIT

June 19, 2011

Wir schlafen zuerst einmal kräftig aus. Dann geniessen wir eine Dusche in der Marina und widmen uns ausgiebig dem Frühstück. Es ist überhaupt keine Eile geboten, denn es weht noch ein kräftiger Wind. Für den ersten Tag mit den beiden Neulingen wäre etwas weniger Wind besser. Aber laut Wetterbericht soll der Wind im Laufe des Tages nachlassen, also warten wir noch etwas.

Die Damen geniessen die Sonne und lesen etwas, während sich die Herren mit den technischen Details des Bootes vertraut machen. Doch was ist das? Das Nachbar-Boot mit der Schweizer Besatzung ist doch erst vor einer halben Stunde ausgelaufen, jetzt kehren sie schon wieder zurück! Und wieder einmal ist es das Rollgross, das Probleme macht.

Die Wetterpropheten haben Recht behalten und so werfen auch wir kurz nach 13 Uhr die Leinen los. Die Prozedur „Neptun“ muss aber zuerst noch genau erklärt werden. Die Damen haben etwas voreilig den Drink bereits im Hafen bereit gemacht (oder hatten sie Durst?). Aber in den folgenden Tagen konnten wir uns darauf verlassen, dass alles immer zur richtigen Zeit bereitstand.

Draussen weht es immer noch mit knapp 4 Bft. aus Nordost und so entscheiden wir uns, zunächst nur mit dem 2. Reff im Gross zu fahren. Welche Überraschung, das Boot läuft wie geschmiert! Es ist wirklich eine kleine Rennmaschine. So macht das Segeln richtig Spass, auch wenn es Personen an Bord gibt, die ein mulmiges Gefühl bei etwas Schräglage überwinden müssen.

Wir müssen aufpassen, zwischen den Inseln dreht der Wind immer wieder und auch die Windstärke variiert laufend. Gut, dass wir nicht die ganze Segelfläche benützen. Dazu kommt, dass an einem so schönen Tag viele Boote unterwegs sind. Auch eine Regatta (Optimisten) müssen wir im Auge behalten.

Etwas nach 17 Uhr binden wir unser Boot in der ACI Marina Split fest. Eine Überprüfung des Hand-GPS ergibt, dass wir eine maximale Geschwindigkeit von 11.2 Knoten erreicht haben! Fantastisch!

Leider ist die Marina ein gutes Stück von der Altstadt entfernt und zu allem Übel ist die Verbindungsstrasse eine riesige Baustelle. Macht nichts, wir nehmen das Wassertaxi. Ein gemütliches Boot bringt uns sicher hinüber. Das langsame Tuck-tuck des Motors ist von weitem zu hören. Man glaubt, jede einzelne Umdrehung der Schraube mitverfolgen zu können. Die Anlegestelle ist mitten an der Hafenpromenade.

Wir schlendern zunächst dem Ufer entlang und bewundern die Darbietungen von verschiedenen Künstlern. Dann geht es hinein in die Gassen. An den prächtigen Gebäuden sind immer wieder Skulpturen zu bewundern. Dann erreichen wir einen Platz, wo sich ganze Familien in Pose setzen für ein Erinnerungsfoto. Was ist denn hier los? Es scheint sich um eine Kommunion zu handeln. Der Mittelpunkt der Fotos ist jeweils der herausgeputzte Teenager der Familie.

Endlich erreichen wir in einem Hinterhof ein interessantes Restaurant. Der aufgestellte Kellner serviert uns ein köstliches Nachtessen. Wir sind erstaunt, dass es nicht mehr Gäste hat. Aber uns soll es recht sein. Der Rückweg zum Boot scheint uns zu Fuss doch etwas zu weit. So entschliessen wir uns, wieder das Wassertaxi zu nehmen. Und nach einem kurzen Schlummertrunk wird es schnell still auf dem Boot.

Tagesweg: 16 Meilen

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N 43° 19' E 16° 26'

3. Tag (Montag) SPLIT - MILNA

June 20, 2011

590 Kuna (ca. CHF 110) kostet die Hafengebühr, die am Morgen bezahlt wird. Wenn das so weitergeht, müssen wir für den Rest der Ferien noch einige Kunas beschaffen. Die Angestellte an der Rezeption schickt uns die Strasse entlang zur Post. Da können wir wechseln.

Und wieder ist es nach 13 Uhr als wir die Leinen loswerfen. Der Wind hat gedreht auf West und je weiter hinaus aufs Meer wir kommen, desto mehr frischt es auf. Bald haben wir bis 5 Bft., sodass wir nicht nur das Gross im 2. Reff fahren, sondern auch die Segelfläche der Genua reduzieren. Trotzdem machen wir wieder ordentlich Geschwindigkeit. Das liegt nicht nur am schnellen Boot, sondern auch am optimalen Kurs, der uns Richtung Süden führt. Und nachdem sich jetzt alle an die ungewohnten Verhältnisse gewöhnt haben, können auch alle den herrlichen Segeltag in vollen Zügen geniessen.

Schnell nähern wir uns der Einfahrt in die Bucht von Milna. Nachdem wir die vorgelagerte Insel mit der Untiefe umfahren haben, packen wir die Segel zusammen und lassen den Motor arbeiten. Gleich hinter uns folgen weiter Yachten, die in den Hafen einlaufen wollen. Die Yacht vor uns platziert der Hafenmeister der ACI Marina längsseits am Steg. Er winkt uns, hereinzukommen und wir machen alles bereit, um ebenfalls längsseits anzulegen. Doch kurz, bevor wir da sind, bedeutet er uns, dass er uns mit dem Heck voran an die Muring legen will. Das heisst, wir müssen wieder hinausfahren, die Fender umhängen und andere Leinen bereit machen. In der Zwischenzeit verursacht der Hafenmeister ein kleineres Chaos, weil niemand mehr weiss, welche Yacht als nächste dran ist. Naja, am Schluss sind alle sicher vertäut und wir genehmigen uns das übliche Anlegebier.

Es ist ein hübscher Ort mit vielen Fischerbooten. Schon fast kitschig. Wir machen Halt in einer Bar am Ende des Ortes. Leider gibt es da keinen Campari Orange. Wir begnügen uns deshalb mit einem Heineken. Zurück geht es vorbei an verschiedenen einladenden Konobas. Aber die Damen haben bereits gewählt. Wir gehen ins Restaurant bei der Marina. Da gäbe es Muscheln, erklären sie. Wir nehmen Platz und die Bedienung bringt uns die Speisekarte. Aber was ist denn das? Keine Muscheln? Das Essen ist trotzdem hervorragend und wir können sogar musikalische Unterhaltung geniessen. Zunächst eine Mitarbeiterin am Klavier, bevor sie in der Küche verschwindet. Später holt die Crew eines Bootes ihre Instrumente. Sie singen und spielen, wobei wir nicht sicher sind, in welcher Sprache die Lieder sind (kroatisch, russisch?).

Tagesweg: 15 Meilen

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N 43° 09' E 16° 23'

4. Tag (Dienstag) MILNA - HVAR

June 21, 2011

Auch heute gehen wir den Tag gemütlich an. Wir sind ja schliesslich in den Ferien, oder? Wieder als eine der letzten Yachten verlassen wir den Hafen. Bald schon können wir die Segel hissen. Es weht ein idealer Wind von 3 Bft., immer noch aus Westen und wir wollen weiter nach Süden – perfekt.

Bald erreichen wir die Einfahrt in den Pakleni Kanal, der uns Richtung Hvar führt. Da wir zu früh sind, um schon in den Hafen einzufahren, entschliessen wir uns, einen kleinen Abstecher in eine Badebucht zu machen. Wir sind zwar nicht die einzigen, die diese Idee hatten, aber es hat genügend Platz für alle. Nur die eine Yacht, die sich mit einer Landleine quer vor uns installieren will, müssen wir fortschicken. Wir wollen ja schliesslich unseren Anker heraufholen können, wenn wir die Bucht wieder verlassen.

Herrlich, so ein Badespass! Und auch ein kleiner Imbiss ist jetzt fällig. Dann kriegen wir noch Besuch von einem Schmetterling. Er macht sich gleich über ein Glas Bier her. Das scheint ihm sehr zu schmecken, denn er will gar nicht mehr weg. Als es dann endlich soweit ist, ist seine Flugbahn nicht mehr ganz schnurgerade…

Nun heisst es auch für uns Abschied nehmen. Wir nehmen das letzte kleine Stück in Angriff und bald legen wir in der ACI Marina Hvar an, die gleich gegenüber auf einer anderen Insel ist.

Hier gibt es allerdings keine Auswahl an Restaurants, sodass wir wieder ein Wassertaxi nehmen müssen, um in die Stadt Hvar zu kommen. Und was für eines! Es ist ein Schnellboot und wir nehmen Platz in richtigen bequemen Schalensitzen wie in einem Rennauto. Und da geht auch richtig die Post ab. Kaum zum Hafen hinaus, beschleunigt der Kapitän und die Landschaft fliegt nur so vorbei.

Schnell erreichen wir den Anlegeplatz mitten in der Stadt. Auch hier lassen wir uns verzaubern von der Atmosphäre, dem lauschigen grossen Platz mit vielen Bars und Cafés und den idyllischen Gassen. Obwohl noch nicht Hochsaison ist, gibt es doch jetzt schon viele Touristen. Bald finden wir ein interessantes Restaurant, wieder in einem offenen Innenhof, wo wir ein nicht ganz billiges, aber hervorragendes Nachtessen geniessen. Auch ein Dessert darf nicht fehlen.

Als wir zurück an der Mole sind und unser Wassertaxi suchen, finden wir nur ein altes, klappriges Boot. Nunja, dann geht die Rückfahrt halt etwas länger; ist doch überhaupt kein Problem. Wir müssen ein paar Minuten warten, bis weitere Gäste kommen (wegen nur 4 Gästen fährt er nicht los). Und dann folgt die grosse Überraschung: der Kapitän beschleunigt und aus der vermeintlich gemütlichen Bootsfahrt wird eine Schussfahrt wie schon die Hinfahrt. Das GPS zeigt 26 Knoten, ganz beachtlich.

Nach dem obligatorischen Schlummertrunk neigt sich bereits wieder ein erlebnisreicher Tag dem Ende zu.

Tagesweg: 15 Meilen

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N 43° 21' E 16° 21'

5. Tag (Mittwoch) HVAR – BUCHT KRUSICA

June 22, 2011

In der Zwischenzeit haben wir es zu grosser Perfektion gebracht, für das Frühstücksbuffet mit Bade- und Leintüchern genügend Schatten zu produzieren. Sie müssen am richtigen Ort kunstvoll aufgehängt werden, denn das Bimini ist etwas klein geraten (auch eine Konzession an die Performance des Bootes). Leider braucht die Konstruktion viele Wäscheklammern und wir brauchen immer alle auf. Nächstes Mal müssen wir einige mehr mitnehmen.

Heute hat es nicht viel Wind, nur 1 – 2 Bft. aus Südwest. Wieder die richtige Richtung für uns, denn wir machen uns auf den Rückweg Richtung Norden – Schmetterlingswetter! Und zum ersten Mal hissen wir alle verfügbaren Tücher, kein Reff, weder im Gross noch in der Genua. Und wir staunen: bei 4 kn Wind machen wir fast 3 kn Geschwindigkeit!

In der Passage zwischen 2 Inseln stellt der Wind abrupt ab. Also, Segel einholen und Motor anwerfen. Macht nichts, wir sind ohnehin fast an unserem Ziel angelangt: einer gemütlichen Bucht, wo wir die Nacht verbringen wollen. Auch hier sind wir nicht die einzigen, auch hier finden wir trotzdem einen Platz.

Selbstverständlich ist auch hier zuerst ein Badeplausch angesagt. Nachher lassen wir das Dinghi ins Wasser. Die Hälfte der Crew macht eine Erkundungsfahrt der Küste entlang.

Tagesweg: 16 Meilen

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N 43° 30' E 16° 25'

6. Tag (Donnerstag) BUCHT KRUSICA - SPLIT

June 23, 2011

Ein wunderbarer Morgen erwartet uns! Die zwei Dinghi-Fahrer haben einen wundervollen Sonnenaufgang verschlafen! Wie kann man auch so faul sein! Tatsächlich ist es schon eher bald Mittag, aber das sind wir uns ja gewohnt. Nachdem dann endlich alle aus den Federn gekrochen sind, steht ein erfrischendes Bad auf dem Programm. Herrlich, so eine grosse, klare, warme Badewanne direkt vor dem Bett.

Nach dem Frühstück geht es weiter. Wir ziehen zwar die Segel auf, müssen sie aber bald mangels Wind wieder einholen. Wir müssen den Motor benutzen, um weiterzukommen. Da unser Tagesziel – Split – nicht weit entfernt ist, legen wir einen Badestopp ein. Da ist unser Boot ein paar hundert Meter über Grund und wir planschen im glasklaren Wasser herum… Nein, den Boden kann man auch mit einer Taucherbrille nicht erkennen…

Zum Zeitvertreib reparieren wir noch schnell die Badeleiter, die unsere Vorgänger „vermurkst“ haben. Nachher kann man kaum feststellen kann, dass hier überhaupt etwas nicht in Ordnung war.

Bald erreichen wir Split und fahren zuerst direkt zur Tankstelle. Da es in unserer Marina keine solche gibt, müssen wir hier Diesel auffüllen. Und das tun wir besser heute als morgen, wenn alle anderen Charteryachten das gleiche machen wollen. Wir müssen auch nicht warten und im Nu haben wir unsere 16 Liter getankt und fahren in den Hafen ein. Der Hafenmeister winkt uns, ist aber an einem ganz anderen Ort. Also müssen wir das Anlegemanöver ohne seine Hilfe machen. In der Zwischenzeit sind wir ein sehr gut eingespieltes Team, sodass das Ganze reibungslos über die Bühne geht.

Den Weg in die Stadt mit dem Wassertaxi kennen wir ja auch schon. Diesmal nehmen wir zuerst einen Apéro am Hafenstrand ein, bevor wir uns aufmachen, den Diokletianpalast zu durchqueren. Die Gebäude aus der Römerzeit innerhalb der alten Stadtmauer sind wirklich bemerkenswert. Wir treten durch ein unterirdisches Gewölbe ein. Darin haben sich viele Souvenirläden eingerichtet. Gleich neben einem Innenhof ist die Kathedrale des Hl. Domnius. Hier findet gerade ein Gottesdienst statt. Deshalb gehen wir weiter in die engen Gassen. Doch jetzt ertönen die Glocken der Kirche. Sie haben eine ganz spezielle Melodie, ein richtiges Glockenspiel. Am anderen Ende des Komplexes ist eine riesige Statue zu finden (Gregor Bischof von Nin). Seine grosse Zehe ist blankpoliert. Es soll Glück bringen, wenn man darüber streicht.

Jetzt haben wir aber Hunger. Nach einem kleinen Abstecher durch Gassen der Altstadt landen wir auf dem Platz mit dem roten Haus (Prokurative). Hier finden wir sogleich einen Platz und geniessen das Nachtessen. Bevor wir das Wassertaxi zurück zum Boot nehmen, genehmigen wir uns noch ein feines Glacé und bewundern die Künste des Hoch-Einrad-Fahrers-Jongleurs.

Tagesweg: 13 Meilen

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N 43° 32' E 16° 24'

7. Tag (Freitag) SPLIT – MARINA KASTELA

June 24, 2011

Heute ist nochmals ein fantastischer Segeltag. Alle haben sich an Wind, Wellen und Boot gewöhnt, so können wir die 3 – 4 Bft. richtig geniessen. Zunächst fahren wir ein Stück aufs Meer hinaus, denn unsere Marina liegt viel zu nahe. Doch leider ist es dann endgültig soweit. Nach etwas mehr als 1 Stunde kehren wir um.

Den direkten Weg können wir allerdings nicht fahren. Vor uns liegt das Regattafeld der Optimisten. Die machen schon wieder ein Rennen. Dem weichen wir natürlich aus, da hätte es die Ermahnung des Regattaleiters gar nicht gebraucht. Er ruft uns vom Boot aus zu, wir sollen doch bitte das Gebiet weiträumig umfahren. Das machen wir gerne und schauen belustigt zu, wie die Badewannen-Piloten um die Bojen kurven. Einer ist mit grossem Abstand voraus. Ist das wohl der zukünftige America’s Cup Gewinner? Dann folgen 2 weitere, die sich um den 2. Platz streiten und nach einem wiederum grossen Abstand folgt der Rest des Feldes.

Auf dem letzten Teilstück stellen wir fest, dass unser Boot mit gerefftem Gross immer noch schneller läuft als eine weitaus grössere Yacht, die mit Vollzeug unterwegs ist. Das macht Spass! Schneller als die Kollegen, die nur mit dem Motor herumkurven sind wir alleweil. Es ist sogar so, dass wir kurzzeitig schneller fahren als der Wind! Fantastisch!

Leider stellt der Wind etwas zu früh ab, sodass wir jetzt definitiv die letzte Meile unter Motor zurücklegen. Zurück im Hafen werden wir gebeten, 2 Murings festzumachen. Es werden Böen bis zu 40 kn erwartet. Da ist es schon besser, ganz sicher vertäut zu liegen (Tatsächlich faucht die Bora in dieser Nacht kräftig von den Bergen herab. Alle Boote zerren kräftig an den Leinen und nicht nur unsere Fallen klappern wie verrückt).

Die Rückgabe unserer Krka gestaltet sich problemlos. Der Chef ist sehr erstaunt, dass wir nicht ein einziges Glas kaputt gemacht haben. Und als er feststellt, dass auch das Scharnier einer Türe repariert ist, frisst er uns fast aus der Hand.

Zum Nachtessen gehen wir in das einzige Restaurant in der Marina. Zum Glück sind wir früh dran, denn der Kellner ist dem Grossandrang nicht gewachsen. Wir müssen lange warten. Aber an der Qualität der Küche ist nichts auszusetzen. Wir verputzen alles. Jetzt gehen wir zurück aufs Boot und machen uns hinter die letzten Vorräte her.

Tagesweg: 19 Meilen

Total: 94 Meilen, davon 69 Meilen unter Segel und 25 Meilen mit Motor

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N 43° 32' E 16° 24'

8. Tag (Samstag) MARINA KASTELA - ZÜRICH

June 25, 2011

Das letzte Frühstück nehmen wir wieder im Restaurant ein. Unsere Vorräte sind erschöpft und wir müssen das Boot bereits bis 9 Uhr verlassen und unser Flug geht erst um 14 Uhr. Deshalb heisst es noch etwas warten, bis das Taxi kommt. Wir schauen belustigt dem Treiben zu, wenn die neuen Crews ankommen und ihr Boot suchen. Ja, vor einer Woche haben wir das auch so gemacht. Endlich ist das Taxi da und wir machen uns definitiv auf den Heimweg.

Die letzten Kunas gehen für die Taxifahrt und einen letzten Drink im Flughafen drauf und viel zu schnell sitzen wir im Flugzeug. Zum Glück sind wir auf der richtigen Seite, so können wir einen letzten Blick auf Split aus der Höhe geniessen. Weiter geht es der Küste entlang und über die Kornaten (da kommen einige Erinnerungen auf), auch Venedig ist sichtbar, bevor wir wieder sicher in Zürich landen.

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