Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 36° 26' E 28° 13'

Tag 380+381: Tilos, Rhodos

July 30, 2012

Am Sonntag wird schon sehr früh, noch vor dem Frühstück, der Anker gelichtet, und wir verlassen die nette Bucht auf der Insel Tilos – wird für spätere Besuche vorgemerkt. Wir brechen so früh auf, weil wir in Rhodos möglichst nicht zu spät am Abend ankommen wollen. Der Ankerplatz bei den Windmühlen außerhalb des alten Hafens ist meistens ziemlich gut besucht. Sobald wir aus der Bucht draußen sind, empfängt uns recht kräftiger Wind, und wir setzen die Segel. Der Wind ist allerdings recht wechselhaft, und in der Gegend des Kaps im Süden der Insel kommt er aus wechselnden Richtungen, garniert mit ein paar kräftigen Fallböen mit bis zu 25 kn. Aber kaum sind wir etwas weiter von Tilos entfernt, wird der Wind immer schwächer, und wir werfen zusätzlich zu den Segeln die Maschine an. Den ganzen Tag bleibt es dann so – schwacher Wind aus westlichen Richtungen und sehr heiß – an Bord haben wir praktisch Windstille, und später werden die Segel weggeräumt, die ohnehin nur mehr lustlos herumflattern. Am frühen Nachmittag sind wir dann schon relativ dicht an der Küste von Rhodos. Auf einmal sichtet Sybille einen herumtreibenden, herrenlosen Fender, der recht neu aussieht und daher von uns gerettet wird – fast genau unsere Größe. Kurz nach 16:00 erreichen wir unser Ziel bei den Windmühlen – der Platz ist schon recht gut besucht, aber wir finden ein Plätzchen und ankern uns erst einmal ein. Später verlegen wir uns dann noch auf einen anderen Platz – dort kommen wir keinem anderen Schiff zu nahe. Es ist noch immer sehr heiß und kaum Wind – also wird erst gegen Abend das Dingi hergerichtet, und wir fahren hinüber zum neuen Hafen – diesmal legen wir sehr vorsichtig an derselben Stelle an, wo wir vor einem Jahr unser altes Dingi zerstört hatten. In der Altstadt suchen wir uns ein nettes Restaurant am Dach – aber es dauert recht lang, bis es endlich etwas kühler wird. Mit der Bedienung im Restaurant und unserem Essen sind wir nicht so recht zufrieden, dafür ist es ziemlich teuer – na, Rhodos in der Hochsaison. Zurück an Bord, wird es dann wieder sehr gemütlich und endlich hat es angenehme Temperaturen.

Seit wir um 07:00 den Anker gelichtet haben, haben wir bis etwa 16:15 47 sm zurückgelegt, im Schnitt bei ca. 5 kn.

Am Montag wird endlich wieder einmal Urlaub gemacht: Baden, Spielen, Schlafen, Internet-Surfen, Lesen, Schwimmen, etc. – glücklicherweise ist das Wasser hier eigentlich recht sauber. Heute wird auch die Volare ordentlich beflaggt – wir machen aus den Gastlandflaggen der Länder in denen wir waren, eine lange Kette, die am Vorschiff gehisst wird – schaut recht nett aus. Da es heute wieder sehr heiß wird, wird sogar das Sonnensegel über der Kajüte aufgespannt – hilft ein bisschen. Am späteren Nachmittag erst fahren wir mit dem Dingi hinüber in den alten Hafen, wo es in der Nähe einen Supermarkt gibt. Der Supermarkt hat leider geschlossen, aber wir erfahren von einem anderen kleinen Supermarkt in der Nähe. Dort bekommen wir dann fast alles, was auf unserer sorgsam überlegten Einkaufsliste für die letzten Tage steht – nur Brot gibt es keines mehr. Na, vielleicht fahre ich morgen noch vor dem Frühstück hinüber zum Marina-Shop – die sollten eigentlich was haben. Gegen Abend lässt der Wind dann leider nach – es wird drückend heiß, und es dauert lange, bis die Temperaturen ein erträgliches Maß erreichen, damit man es auch in den Kojen aushält.

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