Ein Jahr unterwegs mit der Volare
Tag 374+375: Kalamata, Bucht von Limeni, Mani
July 24, 2012
Am Montag erledigen wir nach dem Frühstück die Anmeldung bei der Marina und bezahlen auch gleich – wir wollen ja nur zwei Nächte bleiben und können dann morgen gleich abdampfen. Danach wird einklariert, viele Formulare sind auszufüllen und abzustempeln, und 15,- € Einreisesteuer werden fällig. Danach werfen wir gleich eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine der Marina und wenden uns der “Büroarbeit” zu (e-Mails erledigen, Blog schreiben, Reiseroute zusammenstellen, div. Wetterberichte holen, Fotos archivieren, etc.) – der Internetzugang, den die Marina anbietet, funktioniert nicht, aber es gibt noch ein freies WLAN, das allerdings die E-Mail- und Filetransferprotokolle nicht durchlässt. Wurde wahrscheinlich schon zu viel Missbrauch betrieben. Über Mittag wird es dann sehr heiß – 34 Grad und kaum Wind – und man würde gerne ins Wasser springen. Aber wir verzichten darauf, das Wasser im Hafen ist zwar relativ sauber, aber doch nur wenig einladend. Am Nachmittag wird dann mein Klapprad aktiviert, und ich fahre hinüber in den Ort, ein bisschen einkaufen – wir kennen uns ja schon ein wenig aus. Der große Supermarkt im Zentrum hat alles was wir wollen, und schwer beladen geht es zurück in die Marina. Am Abend genehmigen wir uns dann noch ein paar Cocktails im Marinarestaurant im ersten Stock, wo man einen schönen Blick zum Sonnenuntergang hat. Danach sitzen wir noch ein bisschen im Cockpit beisammen, die angenehm werdenden Temperaturen genießend, bevor es in die Kojen geht.
Am Dienstag werden nach dem Frühstück die Wassertanks gefüllt, und die Volare ein bisschen abgespült. Dann machen wir die Volare seeklar – wir wollen ja Richtung Rhodos aufbrechen. Angesichts des Wetterberichts, der erst für morgen etwas mehr Wind ankündigt, werden wir heute noch eine Bade- und Erholungspause in einer der Buchten im Süden der Halbinsel Mani (dem “Mittelfinger” des Peloponnes) machen. Kaum sind wir aus der Marina heraußen, tritt der Volare-Nasenwind-Effekt auf: wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der Wind, sobald die Volare den Kurs zum nächsten Hafen einschlägt, mit 87,647 %-iger Wahrscheinlichkeit genau von vorne kommt. Aber glücklicherweise dauert es nicht lang, und der Wind dreht ein bisschen nach Westen und wird auch kräftiger – wir können die Maschine abschalten und herrlich segeln. Zunächst hart am Wind, aber während des Tages dreht der Wind immer weiter nach West – es geht zwar nicht allzu schnell, aber sehr ruhig und angenehm dahin. Inzwischen haben wir beschlossen, den Abend und die Nacht in der Bucht von Limeni zu verbringen, nur etwa 26 sm südlich von Kalamata. Am frühen Abend erreichen wir auch schon die tief eingeschnittene Bucht – wir sind hier das einzige größere Schiff und ankern uns auf der Nordseite der Bucht in der Nähe eines vielversprechend aussehenden Restaurants ein. Nachdem wir das Dingi hergerichtet haben, geht es hinüber zum Restaurant – das noch komplett leer ist. Am felsigen Ufer gibt es vor dem Restaurant eine Badeleiter, wo wir unser Dingi gut festmachen können. Der Kellner spricht sogar ein paar Brocken Deutsch und Englisch, die Preise sind sehr moderat. Sybille möchte gefüllte Tomaten – zuerst kommen zwar zwei Paprika und eine Tomate – wird aber sofort umgetauscht. Ich nehme mir Lamm-Souflaki – sehr gut. Auch der Salat und der Wein sind prima, wir sind zufrieden. Inzwischen hat sich das Lokal auch mit Gästen gefüllt – wir waren für griechische Verhältnisse einfach zu früh dran. Vor 21:00 ist hierzulande einfach nichts los. Zurück an Bord wird es dann wieder ein gemütlicher Ausklang des Abends.

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