Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 36° 54' E 18° 34'

Tag 370+371: Syrakus, Überfahrt nach Kalamata

July 20, 2012

Am Donnerstag wird nach dem Frühstück noch ein bisschen “Büroarbeit” erledigt (wir müssen den italienischen Internetzugang von TIM noch ein bisschen ausnützen – funktioniert gut) und die Volare seeklar gemacht. Gegen Mittag wollen wir den Anker lichten, aber irgendein ganz schlauer Fischer hat in der Nacht sein Netz mitten zwischen den ankernden Schiffen ausgelegt und damit auch über unserem Anker. Der Anker bringt also einiges Tauwerk, das zu dem Netz gehört, ans Tageslicht und muss erst befreit werden. Geht aber glücklicherweise recht gut, und wir müssen nur noch den klebrigen Schlick vom Anker wegbekommen. Danach geht es aus der Bucht hinaus, gleich auf  direktem Kurs Richtung Griechenland. Zunächst haben wir aber schwachen Wind direkt von vorne – also bleiben die Segel eingerollt, und die Maschine darf wieder arbeiten. Aber lieber etwas zu wenig Wind als zu viel – für die Ägäis gibt es über NAVTEX für heute Sturmwarnung, 7 – 8 Bft soll es dort haben – ungemütlich. Hoffentlich beruhigt sich die Situation in ein paar Tagen, bis wir dann die Ägäis überqueren. Später dreht der Wind etwas nach Süd und wird auch etwas kräftiger, wir können hart am Wind recht schön segeln, kommen aber bei ca. 10 – 12 kn Wind nur langsam weiter. Am Nachmittag taucht dann hinter uns ein Hubschrauber auf und löst prompt den Radaralarm aus. Es ist die “Guardia di Finanza”, die uns recht genau in Augenschein nimmt und drei ganz niedrige Runden um uns dreht, bevor sie wieder weiter fliegt. Gegen Abend dreht der Wind dann weiter nach Süd und später nach Südwest, bleibt aber schwach. In der Nacht dreht der Wind dann weiter nach West – teilweise können wir das Passatsegel aufmachen und platt vor dem Wind geht es ganz gut dahin. Unsere Bordzikade ist uns treu geblieben – allerdings zirpt sie schon deutlich leiser und auch weniger – wird es womöglich nicht mehr lang machen. Anscheinend hat sie sich im Hohlraum des Kajütdachs im Vorschiff versteckt, und findet den Weg nach draußen nicht mehr.

Seit wir um ca. 12:00 Syrakus verlassen haben, haben wir bis Mitternacht allerdings nur etwa 50 sm zurückgelegt, im Schnitt mit nur etwas über 4 kn.

Am Freitag haben wir den ganzen Tag nur schwachen Wind mit 5 bis 8 kn aus achterlichen Richtungen. Es gibt auch wieder sehr schönes Wetter, den ganzen Tag Sonnenschein, und es ist auch nicht zu heiß. Zeitweise können wir ganz gut segeln, kommen aber nur langsam weiter. Morgen sollte der Wind laut Prognose etwas kräftiger werden, da können wir dann hoffentlich etwas aufholen. Gegen Abend flaut der Wind dann noch weiter ab, und die Segel werden weggeräumt und die Maschine darf endgültig die ganze Arbeit machen. Zahlreiche Großschiffe sind zu sehen – keines kommt uns aber zu nahe. Der Sonnenuntergang ist wie gestern prachtvoll, und später sieht man viele Sterne, die Luft dürfte relativ klar sein. In der Nacht ist unsere Bordzikade wieder kurz zu hören – diesmal im Bereich der Heckkabine – ob sie es wohl bis Griechenland und in die Freiheit schafft?

Wir haben heute nur 108 sm zurückgelegt, das entspricht einem Schnitt von ca. 4,5 kn. Positionsmeldung von Freitag 24:00 (UTC+2)

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