Ein Jahr unterwegs mit der Volare
Tag 368+369: Syrakus
July 18, 2012
Am Dienstag ist in der Nacht weiterhin viel Schiffsverkehr und wenig an Schlaf zu denken. Unsere Maschine brummt unverdrossen vor sich hin, ebenso wie unsere Bordzikade unentwegt die ganze Nacht vor sich hin zirpt – allerdings vergeblich. Leider kommen wir wegen des Gegenwindes nur langsam voran, aber in der Morgendämmerung sehen wir schon die Lichter von Sizilien und wir nähern uns unserem Ziel. Gegen Mittag biegen wir dann auch schon in die große, gut geschützte Bucht von Syrakus ein, wo wir auch gleich einen netten Ankerplatz finden. Am Nachmittag schlafen wir uns erst einmal ein bisschen aus, bevor das Dingi hergerichtet wird und wir in die Stadt hinüber fahren. Die Altstadt auf der Insel Ortigia hat einiges zu bieten – zuerst geht es zum Archimedes-Platz mit dem Diana-Brunnen (und dem Archimedes-Museum, das wir morgen besuchen wollen), dann durch die reizenden schmalen Gässchen zum Domplatz, wo gerade eine Hochzeit gefeiert wird. Der Dom ist eine interessante Mischung aus romanischer Grundstruktur, die im Barock entsprechend ergänzt wurde. Danach geht es noch weiter zur berühmten Aretusa-Quelle, wo direkt am Meer eine kräftige Süßwasserquelle ein Wasserbecken speist, in dem auch der berühmte Papyrus von Syrakus wächst. In der Nähe der Quelle genehmigen wir uns dann ein paar Drinks und bewundern den Sonnenuntergang über der Bucht, bevor es zurück an Bord und bald in die Kojen geht.
Seit Mitternacht haben wir in etwas weniger als 13 Stunden bis Syrakus nur etwa 53 sm zurückgelegt, insgesamt waren es von Malta hierher 83 sm, im Schnitt fuhren wir nur etwas über 4 kn.
Am Mittwoch fahren wir gleich nach dem Frühstück wieder hinüber in die Stadt – bevor es noch allzu heiß wird. Aber in den schmalen Gassen der Altstadt, die wir zunächst etwas näher erforschen, ist es auch später noch erträglich. Die schön verzierten Häuser sind leider fast alle recht baufällig, die hier üblichen, schmiedeeisernen Balkone meistens sehr rostig. Die Elektroinstallationen werden fast durchwegs nur außen an den Häusern geführt, soweit sie nicht überhaupt kreuz und quer gespannt sind – schade. Später geht es dann zum Archimedes-Museum, wo zahlreiche Exponate an die vielfältigen Erkenntnisse dieses Genies erinnern – leider gibt es auch bei den Exponaten einiges, das nicht funktioniert. Die Mittagszeit und den Nachmittag verbringen wir wieder an Bord – erst am Abend wollen wir noch einmal hinüber – den Apollo-Tempel besuchen und uns in einem netten Restaurant von Italien verabschieden. Morgen soll es ja schon wieder weiter gehen, unser nächstes Ziel ist Kalamata auf dem Peloponnes, ca. 340 sm sind es bis dorthin, wofür wir drei Tage Fahrt rechnen müssen. Der Apollo-Tempel ist etwas enttäuschend, nicht so das Abendessen in einer kleinen Trattoria, die anscheinend auch von Einheimischen gut besucht sein dürfte. Zurück an Bord begrüßt uns wieder unsere Bordzikade, die nach wie vor irgendwo im Vorschiff nicht zu finden ist – wird sie wohl den Weg in die Freiheit finden und keine Sprachprobleme beim Umstieg vom Zirpen auf Malti zu Italienisch haben?

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