Ein Jahr unterwegs mit der Volare
Tag 362+363: Gozo, Malta
July 12, 2012
Am Mittwoch marschieren wir gleich nach dem Frühstück von der Marina in Mgarr über die Baustelle entlang des Hafens hinüber zum Fährenterminal und zu einem Tourist Service Shop wo es auch Leihautos gibt. Wir haben beschlossen, das Leihauto gleich für zwei Tage zu nehmen, um zunächst Gozo zu erforschen, und am zweiten Tag dann mit der Fähre hinüber nach Malta zu fahren. Der Leihwagen ist recht günstig und relativ neu – alles OK. Dann geht es gleich zur Tankstelle und weiter nach Xewkija, wo es eine riesige Kirche gibt, mit der angeblich größten Kuppel Europas (ist etwa gleich groß wie die des Petersdoms in Rom). Nach dem Besuch der Galerie rund um die Kuppel, des Glockenturms und des Dommuseums geht es weiter zu den prähistorischen Tempelanlagen von Ggantija, an denen der Zahn der Zeit schon stark genagt hat. Über die Erbauer dieser Tempelanlagen, die man auf ganz Malta immer wieder findet, und deren Kultur ist wenig bekannt. Danach geht es zur Windmühle Ta’ Kola in Xaghra in der ein recht nettes, kleines Museum untergebracht ist. Nach einem kleinen Mittagsimbiss (Gozitanisches Brot mit gozitanischem Käse) geht es weiter an die Nordküste, wo es die sogenannten “Salt Pans” zu sehen gibt, in denen noch immer Salz aus dem Meerwasser gewonnen wird. Von dort geht es über abenteuerliche Feldwege wieder zur Hauptstraße und zum zum “Crafts Village” bei Gharb, wo heimische Kunsthandwerk aller Art angeboten wird. Dort kaufen wir dann ein paar Souvenirs (und für Sybille eine Wolljacke – die sie allerdings derzeit nicht braucht – es hat wieder deutlich über 30 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit). Von dort fahren wir dann in die Hauptstadt Victoria, wo wir zuerst das Kastell besuchen. Nach der Besichtigung zweier kleiner Museen suchen wir einen Supermarkt, wo wir ein bisschen einkaufen wollen. In der Stadt ist ziemlich viel los, einerseits ist alles voller Baustellen und es scheint auch ein Fest stattzufinden, die Straßen sind geschmückt und die Menschenmassen drängen sich. Schließlich finden wir einen großen Supermarkt, wo wir ordentlich einkaufen – wir müssen es ausnützen, dass wir mit dem Auto bis zur Marina fahren können. Nachdem wir unseren Einkauf auf die Volare gebracht und ausgiebig geduscht haben, genehmigen wir uns noch ein Abendessen in einem netten Restaurant in Mgarr mit Blick auf den Hafen.
Am Donnerstag fahren wir gleich nach dem Frühstück mit unserem Leihwagen auf der Fähre nach Malta hinüber. Als erstes wollen wir (nachdem wir uns durch die anscheinend allgegenwärtigen Baustellen – mit EU-Förderung – gequält haben) das “Popeye Village” besuchen, eine Art Mini-Disneyland. Den Eintritt ersparen wir uns, da man von den Klippen einen recht guten Blick auf das Dörfchen hat. Von dort geht es über Nebenstraßen durch die Dörfer – von denen jedes mindestens eine überdimensionierte Kirche aufzuweisen hat – nach Mdina (der alten, ummauerten arabischen Hauptstadt bei Rabat). Dort besuchen wir die St. Paul’s Kathedrale und das Dommuseum, das mit Kostbarkeiten in Gold und Silber, Münzsammlungen und Gemälden geradezu vollgestopft ist. In der Altstadt, die komplett Fußgängerzone ist, besuchen wir dann noch ein in einem alten Palazzo untergebrachtes Restaurant für ein kleines Mittagessen. Danach geht es nach Rabat, wo wir die St. Paul’s Katakomben besuchen – weit verzweigte, dicht gedrängte Grabanlagen mit einer Gesamtfläche von über 2000 Quadratmeter. Von dort geht es wieder über Nebenstraßen entlang der berühmten Klippen von Dingli und über weitere zahlreiche Baustellen (die Beschilderung der Straßen ist – falls überhaupt vorhanden – mitunter etwas verwirrend) zu den Tempelanlagen von Hagar Quim. Das großzügige Besucherzentrum ist ziemlich leer (liegt vielleicht auch daran, dass die Anlagen nicht leicht zu finden sind). Der Tempel selbst ist mit einem Zeltdach vor Sonne und Witterung geschützt und auch wesentlich beeindruckender als Ggantija. In diesem Tempel wurden auch verschiedene Statuen und Statuetten der geschlechtslos dargestellten, so genannten “Fat Persons” gefunden, deren Bedeutung weitgehend unklar ist. Danach geht es Richtung Valetta, wo wir das Hal Safieni Hypogäum bei Paola nach langem Suchen endlich finden – nur um zu erfahren, dass es komplett ausgebucht ist. Das Hal Safieni Hypogäum ist eine unterirdische, dreistöckige, prähistorische Tempel- und Grabanlage, die sicher recht interessant gewesen wäre. Etwas frustriert treten wir den Heimweg in den Norden der Insel an, wo wir Glück haben und gerade noch auf die Fähre kommen, die gerade ablegt. Zurück auf der Volare widmen wir uns dann der “Büroarbeit” bis es endlich etwas kühler und gemütlicher wird.

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