Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 39° 44' E 04° 53'

Tag 352+353: Cala Santandria, Ciutadella, Mahon, Menorca, Start nach Sardinien

July 02, 2012

Am Sonntag ist schon in der Nacht ein Wetterumschwung zu beobachten, es regnet sogar ein bisschen, und der Tag beginnt mit bewölktem Himmel. Zunächst müssen aber die Fahrräder erst einmal entsandet werden – bei unserem Weg über den Strand und beim Einpacken ist ordentlich viel Sand mitgekommen. Die Abtrennung der Heckkabinen wird teilweise entfernt, sodass wir wieder unsere gewohnten Schlafplätze haben. Später am Vormittag werden dann die Landleinen gelöst und der Anker gelichtet, wir wollen uns auf den Weg nach Sardinien machen, wo ein Zwischenstopp in Cagliari geplant ist. Zuerst aber geht es in den Hafen von Ciutadella hinein, wo wir unseren Dieseltank und ein paar Kanister für die Überfahrt nach Sardinien füllen wollen. Der Wetterbericht sagt nämlich für die nächsten Tage sehr wenig bis gar keinen Wind aus allen Richtungen voraus. Aber die Tankstelle in Ciutadella ist geschlossen – erst morgen gibt es wieder Diesel. Also müssen wir wohl noch eine Nacht hier bleiben. Zunächst ankern wir vor der Hafeneinfahrt beim Eingang zur Cala Degollador zwischen der Steilküste und einem kleinen Felseninselchen (der Islote de la Galera), es ist hier aber recht tief und der Platz beschränkt. Die Ankerkontrolle mit dem Schnorchel zeigt, dass wir bei stärkerem Nordwind (soll in der Nacht mit über 20 kn kommen) zu nahe an die Felsen der Küste kommen würden. Also verlegen wir uns weiter nach außen, wo sich der Anker nur recht unwillig in dem vielen Seegras eingräbt. Schließlich liegen wir aber recht gut – der Wind hat inzwischen zugenommen, und der Schwell, der in die offene Bucht hereinkommt, lässt uns ordentlich schaukeln. Andere Schiffe, die in unserer Nähe liegen, haben auch Ankerprobleme – zuerst muss sich unser direkter Nachbar, ein kleines Segelschiff, neu einankern – ein großer Katamaran hat überhaupt ziemliche Probleme – er braucht zahlreiche Versuche, bis der Anker anscheinend endlich hält. Am Abend wird der Wind dann tatsächlich noch kräftiger und dreht auf Nord. Unser direkter Nachbar liegt jetzt nur ein paar Meter hinter unserem Heck – aber es sollte kein Problem geben. Die Nacht ist dann zwar recht unruhig, aber wir schlafen recht gut. 

Am Montag fahren wir gleich nach dem Frühstück wieder in die Bucht von Ciutadella hinein – doch bei der Tankstelle haben wir wieder Pech: Die Zapfsäulen werden gerade zerlegt, und es gibt keinen Diesel, Dauer der Reparatur unbekannt, vielleicht kann man am Nachmittag wieder tanken. So lange wollen wir aber nicht warten und beschließen daher, nach Mahon hinüber zu fahren und dort zu tanken. Das ist zwar ein Umweg, den wir aber in Kauf nehmen, bevor wir womöglich einen Tag hier warten, und dann klappt doch irgendwas nicht. Das Wetter hat sich inzwischen wieder gebessert, die Sonne scheint, und wir können entlang der Südküste von Menorca bei leichtem Wind ein bisschen segeln. Zeitweise haben wir sogar achterlichen Wind, sodass wir unser Passatsegel aufmachen können. Dann aber dreht der Wind immer mehr auf Südost, und wir machen sogar einen Kreuzschlag aufs Meer hinaus – bringt aber nicht viel, und das letzte Stück bis zur Südostspitze von Menorca ist wieder die Maschine dran. Nachdem wir zwischen dem Kap und der Isla del Aire hindurch sind, können wir wieder segeln, und die Segel werden erst vor der Einfahrt in den langen Fjord bei Mahon weggeräumt. Bei der Tankstelle klappt dann alles recht gut – nachdem wir nach Sardinien nicht mehr ganz so weit haben, wird nur der Haupttank gefüllt, und wir sind am frühen Abend wieder auf dem Weg hinaus aufs Meer. Dabei überholt uns ein großes Kreuzfahrtschiff, das auch gerade von Mahon kommt und nach Palma unterwegs ist. Draußen auf dem offenen Meer gehen wir dann auf direkten Kurs zur Südspitze von Sardinien. Leider haben wir nur recht schwachen Wind, und der kommt ziemlich genau von vorne – also bleiben die Segel zusammengerollt, und die Maschine bleibt eingeschaltet. Von Norden kommt ziemlicher Schwell – der Golfe du Lion (mit derzeit kräftigem Mistral) lässt grüßen – und wir rollen recht kräftig hin und her. Bis Mitternacht begegnen wir keinem anderen Schiff mehr, und seit wir Mahon verlassen haben, haben wir in 6 Stunden 30 sm zurückgelegt, das entspricht einem Schnitt von 5 kn. Positionsmeldung von Montag 24:00 (UTC+2).

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