Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 39° 58' E 03° 50'

Tag 350+351: Cala Morell, Cala Algaiarens, Cala Santandria, Ciutadella, Menorca

June 30, 2012

Am Freitag verlegen wir uns noch am Vormittag in die Nachbarbucht Cala Algaiarens, die ebenfalls sehr hübsch ist – zahlreiche Schiffe ankern hier schon im Windschatten der kleinen Halbinsel im Osten der Bucht. Die langen Sandstrände sind auch gut besucht – das Wetter ist ja nach wie vor sehr schön, allerdings haben wir kräftigen Wind aus Süd bekommen, der manchmal auch für starke Fallböen sorgt, die über die senkrechten, von Löchern und Höhlen zerklüfteten Felsklippen an der Nordküste von Menorca herunter kommen. Nachdem wir einen Ankerplatz gefunden haben – mit nur mehr 40 cm Wasser unterm Kiel – wird es dann ein recht gemütlicher Bade- und Faulenz-Tag, bevor wir uns am Nachmittag dann wieder auf den Heimweg in die Cala Santandria machen. Entlang der Nordküste können wir mit den südlichen Winden schön segeln, wobei die Fallböen manchmal recht unangenehm werden. Nachdem wir allerdings nach der Nordwestspitze von Menorca nach Süden abgedreht haben, kommt der Wind ziemlich genau von vorne, und wir räumen die Segel weg und fahren die restliche Strecke zur Cala Santandria mit der Maschine. In der Cala Santandria liegen erstaunlicherweise nur wenige kleine Schiffe. Wir ankern in der Mitte der Bucht, wollen aber auch für andere Platz lassen, sodass wir wieder eine Landleine verlegen werden und uns auf unseren schon gewohnten Platz verholen wollen. Dabei geht so ziemlich alles schief, was nur schief gehen kann – zuerst gerät der Landleinengurt in die Schraube und dann auch noch das Befestigungstau vom Dingi, das sich prompt selbstständig macht. Das Dingi wird von drei jungen Burschen, die in der gegenüber liegenden Bucht baden waren, zurück gebracht – als Belohnung gibt’s zwei Dosen Bier und die drei hatten ein kleines Abenteuer. Der Gurt, der sich um die Schraube gewickelt hat, wird abgesäbelt (dabei bricht mein Lieblings-Küchenmesser ab – war auch das schärfste an Bord). Schließlich müssen wir das Schiff mit Hilfe der Winsch in die Nähe des Ufers ziehen – der Winddruck ist enorm. Schließlich liegen wir aber an unserem gewohnten Platz, der Anker wird noch mit dem Schnorchel kontrolliert, und dann können wir uns endlich unserem Abendessen widmen (Ausgelöste Koteletts mit Knoblauch gebraten, Fisolen mit gerösteter Zwiebel und Speck, Rosmarinkartoffeln mit frischem Rosmarin aus der Cala Morell), und es wird dann doch noch ein gemütlicher Abend an Bord.

Am Samstag bringe ich noch vor dem Frühstück meine Schwester und meinen Schwager wieder zum Hotel – wir wollen heute ja nach Ciutadella hinüber fahren (die beiden wollen mit dem Bus fahren, wir werden mit den Rädern fahren, die wir ja noch immer am Strand geparkt haben). In Ciutadella wollen wir uns ein bisschen umsehen, einkaufen und für den Abend planen wir einen Restaurantbesuch. Wir werden uns also erst gegen Abend in Ciutadella wieder treffen. Am Vormittag fahren Sybille und ich mit den Rädern zu einem größeren Supermarkt in der Nähe von Ciutadella, wieder einmal unsere Vorräte ergänzen. Dort bekommen wir dann auch alles, was wir wollten, und unsere Räder sind für den Heimweg bei 35 Grad gut bepackt. Aber schließlich haben wir alles mit dem Dingi an Bord gebracht und verstaut. Am Nachmittag geht es dann wieder mit den Rädern nach Ciutadella hinüber, ein bisschen bummeln und Souvenirs einkaufen. Gegen Abend treffen wir uns dann mit meiner Schwester und ihrem Mann, und in einem netten Restaurant direkt am Hafen machen wir es uns dann gemütlich. Nach dem Abendessen wollten wir eigentlich die berühmten Churros probieren, aber das dafür spezialisierte Restaurant hat gerade keine – angeblich sei es zu feucht… Nachdem meine Schwester und ihr Mann morgen früh schon wieder nach Hause fliegen, verabschieden wir uns also und machen uns auf den Heimweg in die Cala Santandria, wo wir noch unsere Räder ins Dingi verladen und zur Volare bringen. Inzwischen ist es schon recht spät geworden, und es geht gleich in die Kojen.

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