Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 36° 51' W 49° 01'

Tag 310+311: Überfahrt nach Horta/Faial Tag 6+7

May 21, 2012

Am Sonntag ist den ganzen Tag eher schlechtes Wetter, der Himmel bedeckt, und rundherum regnende Regenwolken, die uns aber seltsamerweise nur einmal mit einem kleinen Schauer bedenken. Am Morgen dreht der Wind auf Süd, später auf Südwest, wir können also Vorwindkurs fahren. Leider ist der Wind aber zeitweise so schwach, dass wir die Maschine am Vormittag und am Nachmittag jeweils für eine Stunde einschalten, um nicht zu langsam zu werden. Am späteren Nachmittag nimmt der Wind dann aber kräftig zu, wir haben zwischen 18 und 22 kn Wind von achtern und können gut segeln. Leider nimmt auch die Welle wieder zu, wir haben so um die 2 m, und die Volare beginnt so richtig zu rollen. Man glaubt gar nicht, welche seitlichen Beschleunigungen auftreten können, wenn wir so eine steile Welle hinunter rauschen. Nachdem wir etwa ein Drittel der Strecke zu den Azoren hinter uns haben, wird auch die Bordzeit um eine Stunde vorgestellt, wir haben also jetzt UTC-2 (auf den Azoren ist mit der Sommerzeit UTC), und der heutige Tag hat nur 23 Stunden. Am Nachmittag besucht uns dann wieder eine Schule Delphine – diesmal bleiben sie recht lang bei uns, spielen mit der Volare Fangen und schwimmen knapp vor unserem Bug hin und her, manchmal springen sie auch aus dem Wasser, wobei sie sich auf die Seite legen, als wollten sie uns näher in Augenschein nehmen. Es sind einfach ausgesprochen sympathische Tiere, schon durch ihren freundlichen Gesichtsausdruck. Bis Mitternacht haben wir in 23 Stunden 115 sm zurückgelegt, das entspricht einem Schnitt von genau 5 kn, womit wir wieder ganz zufrieden sind.

Am Montag beginnt der Tag mit weiterhin schlechtem Wetter, der Himmel ist bedeckt, Temperaturen meist nur wenig über 20 Grad, der Wind kommt aus Südwest, wie gestern mit 18 – 22 kn. Die Wellen haben nach wie vor um 2 m, und wir schaukeln und rollen vor uns hin. Am Vormittag lässt der Wind dann nach, und wir schalten zeitweise die Maschine ein, damit wir nicht zu langsam werden. Gegen Mittag beginnt es dann auch noch zu regnen – wir sind uns wieder einmal einig, in die falsche Richtung zu fahren. Schließlich dreht der Wind auch noch recht rasch um 180 Grad nach Nordost, und wir haben zwischen 15 und 18 kn Wind auf die Nase – also Maschine einschalten, Segel wegräumen. Aber das Wetter hält sich ziemlich genau an die Prognose – von Nordwesten rückt ein neues Hochdruckgebiet heran. Am frühen Nachmittag löst sich dann die Bewölkung weitgehend auf, die Temperatur geht wieder unter 20 Grad zurück, und Wind und Meer beruhigen sich – nur mehr ca. 8 kn, gegen die unsere Maschine ankämpfen muss, und etwa 1 m Welle – wenigstens das Schaukeln lässt nach, und wir kommen auch ein bisschen schneller weiter. Sybille geht es inzwischen auch recht gut, die Seebeine dürften endlich wieder funktionieren. Am Nachmittag besuchen uns wieder ein paar Delphine – verlieren aber recht schnell die Lust mit uns zu spielen, wir sind einfach zu langsam. Den Rest des Tages gibt es dann keine weitere Wetterveränderung mehr, und wir haben auch den ganzen Tag kein anderes Schiff gesichtet oder in AIS-Reichweite gehabt – wir sind ganz alleine auf der Welt. Bis Mitternacht haben wir 126 sm zurückgelegt, das entspricht einem Schnitt von ca. 5 kn. Positionsmeldung vom Montag, 24:00 (UTC-2).

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Comments

bernhard1701 May 23, 2012 at 08:43 AM

Alles Gute und den “richtigen” Wind wünschen Euch Brigitte & Bernhard aus Gran Canaria

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