Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 25° 42' W 64° 39'

Tag 294+295: Ãœberfahrt nach Bermuda Tag 3+4

May 05, 2012

Am Freitag können wir noch in der Nacht recht schön segeln, ziemlich hart am Wind halten wir direkten Kurs auf Bermuda. Die ganze Nacht sichten wir nur ein einziges Schiff, anscheinend wieder auf Parallelkurs zu uns, die Lichter sind aber gerade noch am Horizont erkennbar. Am Morgen ist es dann nicht mehr zu entdecken, und auch der Wind hat ziemlich nachgelassen. Nach dem Frühstück werden daher die Segel weggeräumt und die Maschine angeworfen. Das Meer ist auch sehr ruhig, nur sehr langgezogener Schwell mit ca. 1 m und kaum Wellen. Ein Fliegender Fisch hat sich wieder zu uns an Bord verirrt, ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Sybille geht es recht gut, das ruhige Meer und die fehlende Krängung tragen dazu bei. Es kommt auch kein einziges Schiff mehr in Sicht, nicht einmal über AIS ist was zu entdecken. Bis Mitternacht weiterhin nur sehr schwacher Wind, ziemlich von vorne, und die Maschine läuft brav den ganzen Tag. Bis Mitternacht sind wir ca. 112 sm gefahren, das ist ein Schnitt von nur knapp 5 kn.

Am Samstag kommt dann kurz nach Mitternacht wieder Wind auf, diesmal aus Nordwesten, allerdings nur ca. 10 kn. Es werden gleich die Segel ausgerollt und die Maschine abgeschaltet – hat sich auch eine Pause verdient. Bis ca. 04:00 geht es recht schön dahin, zwar recht langsam aber auch sehr ruhig. Dann entdecke ich vor uns im Mondlicht (wir haben fast Vollmond) eine riesige, schwarze Wolkenwand, auf die wir direkt zusteuern. Ich mache also schnell alle Luken dicht, räume mein Behelfsbett im Cockpit weg und reffe vorsichtshalber das Groß. Dann geht es auch schon los – glücklicherweise nicht viel Wind, aber mit Böen von Nordwest, dann wieder von Nordost. Also Segel wegräumen, Maschine einschalten, und dann kommt auch schon der Regenguss – die Sichtweite geht gegen Null. Also nix mit Schlafen. Glücklicherweise dauert der Spuk nicht lang, dann ist alles vorbei, und wir haben wieder sehr wenig Wind – um die 5 kn, genau von vorne, also bleibt die Maschine eingeschaltet. So geht es dann den restlichen Tag dahin, zwischen 5 und 10 kn Wind aus Nord, bei mittlerer Bewölkung wird es inzwischen auch deutlich kühler. Trotzdem wird an Bord die Sommerzeit eingeführt (gibt’s auch in Bermuda, wir haben also jetzt UTC-3). Sybille nützt das ruhige Wetter um ein herrliches Zwiebelbrot zu backen. Gegen Abend haben wir dann nach drei Tagen und ca. 8 Stunden die Hälfte der Strecke nach Bermuda zurückgelegt. Bis Mitternacht bleibt es ruhig, und wir haben in 23 Stunden (Sommerzeitumstellung) dann doch 111 sm, bzw. in 24 Stunden 117 sm zurückgelegt, das entspricht einem Schnitt von knapp 5 kn. Positionsmeldung vom Samstag, 24:00 (UTC-3).

previous entrynext entry

Comments

Please sign-in to post a comment.

If you are not yet registered please Register Now.