Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 18° 26' W 64° 45'

Tag 274+275: Road Town, Soper's Hole, Tortola, Great Harbour, Jost van Dyke, BVIs

April 15, 2012

Am Samstag nach dem Frühstück wird wieder die Büroarbeit erledigt, aber das Bezahl-Internet (Abrechnung leider auf Zeit-Basis) ist schrecklich langsam, sodass wir bald ab- und aufbrechen. Zunächst geht es die Südküste von Tortola entlang – es hat nur recht wenig Wind, und wir segeln wieder mit Maschinenunterstützung. Wir wollen heute hinüber nach “Jost van Dyke” (eine nach einem Seeräuber benannte Insel nordwestlich von Tortola), dort lockt die Bucht “Great Harbour” mit der weltberühmten Strandbar “Foxy’s”. Unterwegs machen wir aber noch einen Abstecher ins “Soper’s Hole”, einer gut geschützten, tief eingeschnittenen Bucht am Westende von Tortola, wo es hübsche, bunte Häuser, eine Marina und eine kleine Werft gibt. Dort legen wir uns an eine Boje – wir haben ja nicht vor lang zu bleiben. Der kleine Ort ist recht hübsch, und wir bleiben zum Mittagessen in einem der Marinarestaurants. Danach frage ich noch schnell bei der Werft, was die Unterwasserschiff-Reinigung für die Volare hier kosten würde – ist deutlich billiger als in Virgin Gorda, wird also wahrscheinlich hier stattfinden. Auch der kleine Supermarkt direkt am Dingi-Steg ist recht gut zum Einkaufen geeignet, hat aber leider auch weder die vorgebackenen Weckerln, noch Dauerbrot (Pumpernickel) und auch kein Sodawasser. Am Nachmittag brechen wir dann in Richtung Jost van Dyke auf. Nachdem wir die Westspitze von Tortola umrundet haben, verschlechtert sich das Wetter zusehends – dichte Wolken, immer wieder Regen und heftiger, böiger Wind aus Ost bis Nordost. Wir lassen die Segel eingerollt und fahren mit der Maschine die ca. 4 sm bis zum Great Harbour – die Bucht ist schon gut besucht, und wir finden nur direkt am Eingang zur Bucht einen Ankerplatz, wo allerdings die Fallböen von den Hügeln recht kräftig sind und unser Anker wird ganz schön gefordert, so sehr rupft die Volare an ihrer Kette. Zwischendurch schüttet es auch immer wieder – wir bleiben heute Abend also an Bord und verschieben den Landausflug und den Besuch von Foxy’s auf morgen. Das Bezahl-Internet funktioniert hier etwas besser, und ich kann auch die Fotos und die Route für unseren Blog hochladen. Die Nacht wird dann auch recht unruhig, der Schwell schaukelt uns kräftig durch, und die Fallböen heulen ums Schiff und lassen uns kräftig in alle Richtungen schwojen. 

Am Sonntag hat sich das Wetter etwas gebessert, aber die Fallböen sind noch immer sehr kräftig. Nach einem gemütlichen Vormittag – das Internet wird gegen Mittag wieder sehr langsam – machen wir am Nachmittag die Inventur unserer Lebensmittelvorräte und versuchen, den Bedarf für die Überfahrt nach Europa zu ermitteln, die ja in etwa zwei Wochen begonnen werden soll. Aber wir werden wohl wieder viel zu viel einkaufen, nur Brot wird ein Problem und auf Sodawasser werden wir wohl verzichten müssen. Gegen Abend richten wir dann das Dingi her und fahren hinüber zum Anleger am Ufer. Dort werden wir erst einmal unseren Müll los (den lokalen Müllservice der von den Boat-Boys und -Children angeboten wird, haben wir nicht in Anspruch genommen). Nach einem kurzen Bummel durch den Ort gehen wir dann hinüber zu Foxy’s Bar am Ostende der Bucht. Dort gibt es einen eigenen Dingi-Steg und zwischen den Palmen am Ufer sind Hängematten montiert. Foxy’s ist schon am frühen Abend gut besucht – im Gegensatz zu den anderen Restaurants entlang des Strandes, die sicher wesentlich billiger als Foxy’s sind, aber halt nicht so berühmt. Unser Abendessen wird recht gut – allerdings wirklich – selbst für karibische Verhältnisse – sehr teuer. Foxy himself bekommen wir nicht zu Gesicht, er lässt sich heute durch eine lebensgroße Puppe vertreten. Es wird nicht allzu spät bis wir von Foxy’s aufbrechen und zurück zur Volare fahren, die immer noch von den Fallböen gebeutelt wird und an ihrer Kette zerrt. Noch eine Bemerkung zu den karibischen Boat-Boys, über die immer wieder heftig geklagt wird: wir können eigentlich nichts Negatives über diese fahrenden Händler und Dienstleister berichten – eine klare Ablehnung der angebotenen Waren oder Dienstleistungen bzw. der Preise wurde stets akzeptiert und wir können von keinem Fall berichten, wo die Boat Boys besonders aufdringlich oder unfreundlich gewesen wären.

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