Ein Jahr unterwegs mit der Volare
Tag 272+273: Norman Island, Road Town, Tortola, BVIs
April 13, 2012
Am Donnerstag erledigen wir nach dem Frühstück die “Büroarbeit” – wir haben hier ja netterweise einen Gratisinternetzugang. Gegen Mittag wird dann der Anker gelichtet, und wir machen uns auf den Weg nach “Norman Island”, der Insel, die angeblich als Vorlage für den Roman “Die Schatzinsel” gedient haben soll. Bei schwachem Wind wird mit Maschinenunterstützung gesegelt (der Wassermacher ist auch wieder gefragt). Die Bucht “The Bight” auf Norman Island ist komplett mit Mooring-Bojen ausgestattet, von denen noch viele frei sind – wir haben die Auswahl. In der Nähe des Restaurantschiffs “Willy T” legen wir uns an eine der Bojen. Das Wetter ist wieder hervorragend, kaum Wind, keine Wellen, recht heiß, Luft 32 Grad, Wasser 29 Grad. Am Nachmittag wird dann das Dingi hergerichtet – der Motor funktioniert wieder klaglos – und wir fahren zur Landspitze “Treasure Point”, wo man gut schnorcheln kann und wo es auch Höhlen gibt. Direkt bei den Höhlen sind Bojen, wo man das Dingi festmachen kann – zahlreiche Kollegen liegen schon da und im Wasser sind auch schon einige Schnorchler zu sehen. Das Schnorcheln dort ist wirklich lohnenswert – viele bunte Fische, Korallen und auch die Höhlen, in die man hinein schwimmen kann, sind recht interessant. Sybille sieht auch einen Riesenfisch – zuerst auf 2,5 m geschätzt, später auf 1 m korrigiert – muss aber jedenfalls ein Riesenexemplar gewesen sein, vielleicht ein Thunfisch. Am Abend besuchen wir dann das Restaurant/Disko-Schiff “Willy T”, ist eher für jüngeres Publikum gedacht und entsprechend laut. Das Abendessen und die Rum-Punches werden aber recht nett, nachdem wir uns in maximaler Entfernung zu den Lautsprechern auf das Oberdeck zurück gezogen haben. Später sitzen wir dann noch ein bisschen am Vordeck und im Cockpit beisammen und genießen die angenehmen Temperaturen und den Sternenhimmel.
Am Freitag brechen wir bald nach dem Frühstück zu der kleinen Felseninsel “Pelican Island” auf – dort sind auch die vier Felszinken “The Indians”, wo man auch gut schnorcheln können soll. Leider sind alle Mooringbojen belegt, Ankern ist verboten und außerdem das Wasser zu tief. Also wird es nichts mit Schnorcheln, wir fahren gleich weiter über den “Sir Francis Drake Channel” nach Road Town auf Tortola hinüber. In Road Town wollen wir ein bisschen die Gegend erforschen, insbesondere die Einkaufsmöglichkeiten. In etwa zwei Wochen geht ja unser Karibikaufenthalt schon dem Ende entgegen, und wir werden nach Bermuda aufbrechen. Die Überfahrt nach Tortola erfolgt bei nahezu Windstille mit der Maschine – ist ja nicht weit. In Road Town ankern wir uns zwischen den Marinas auf einem der wenigen noch freien Plätze ein – sowohl “Moorings” als auch “Sunsail” – zwei der ganz großen Charterfirmen, haben hier Stützpunkte, scheinen aber nicht viel Geschäft zu machen, es liegen bestimmt 200 Schiffe in der Marina. Am Nachmittag fahren wir mit dem Dingi hinüber zum Ort – kaum sind wir an Land, beginnt es heftig zu regnen, und wir retten uns in ein Cafe-Restaurant direkt am Ufer mit hübschem (verregnetem) Blick auf die Schiffe in der Marina und die Volare. Es regnet teilweise wolkenbruchartig und das für hiesige Verhältnisse recht lang. Wir schauen genussvoll den triefnassen Dingifahrern zu, die zur falschen Zeit unterwegs waren und bewundern die Pelikane, die trotz des trüben Wassers jedesmal einen Fisch erwischen, wenn sie sich ins Wasser stürzen. Nachdem es aufgehört hat zu regnen, besuchen wir den Supermarkt im Ort – leider wieder recht teuer und auch die Auswahl ist eher bescheiden. Nachdem wir unsere Einkäufe mit dem Dingi (muss zuerst ausgeleert werden, ca 20 cm Regenwasser drin) zur Volare gebracht haben, erforschen wir noch einen zweiten Supermarkt etwas außerhalb des Ortes, wo man aber mit dem Dingi hin fahren kann. Der ist etwas größer und hat mehr Auswahl, leider aber weder die vorgebackenen Weckerln, die sich so bewährt haben, noch Schwarzbrot und auch kein Sodawasser. Der Abend an Bord wird dann wieder recht gemütlich, obwohl es recht heiß und schwül ist.

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