Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 18° 06' W 63° 03'

Tag 250+251: Baie de Marigot, Baie Grand Case, St. Martin

March 22, 2012

Am Mittwoch geht es am Vormittag wieder an Land, zum Internet-Cafe – das von der Marina angebotene Internet ist für die schlechte Qualität zu teuer. Auf dem Markt in der Nähe des Dingi-Anlegesteges ist Hochbetrieb, heute ist Markttag, und wir sehen uns ein bisschen um. Im Internetcafe verwenden wir wieder das Netz des Nachbarcafes, das eigene funktioniert wieder einmal nicht. Für den Rest der Reise werden wir halt meinen Laptop gemeinsam verwenden – hoffentlich passiert dem nicht auch noch was. Ich hab zwar noch ein kleines Netbook als Reserve mit – das ist aber schrecklich langsam. In dem Internetcafe bestellen wir uns dann auch ein kleines Mittagessen, bevor es wieder zurück an Bord geht. Am Nachmittag wollen wir in die Lagune hinein fahren, vielleicht gibt es dort eine günstige Möglichkeit unsere Dieselkanister zu füllen – sollte ja Zollfreizone sein. Pünktlich für die 14:30-Öffnung der Brücke fahren wir in die Lagune hinein – überall Schiffswracks und praktisch keine brauchbaren Tiefenangaben in der Seekarte. Die angeblich ausgebaggerte Schifffahrtsstraße ist kaum markiert, also ist Schleichfahrt mit einem Auge am Echolot angesagt. Gerade als wir bei einer der Tankstellen anlegen wollen, beginnt es zu schütten – bei der Tankstelle wird die Entgegennahme unserer Festmacher verweigert, und wir müssen eine Runde drehen, bis es wieder aufgehört hat. Natürlich sind wir nachher beide komplett nass, aber es ist ja glücklicherweise recht warm. Das zweite Anlegemanöver klappt dann – allerdings ist der Diesel doch etwas teurer als bei der Tankstelle direkt bei der Zugbrücke. Nachdem wir ja doch über 200 l bunkern wollen, legen wir wieder ab. Die kleine Tankstelle in der engen Bucht neben der Einfahrt hat laut Reklameschild 2,5 m Wassertiefe – also versuchen wir’s dort – sitzen allerdings gleich am Eingang auf Grund. Na, wird wohl die Tankstelle bei der Zugbrücke werden, ist allerdings außerhalb der Brücke. Wir drehen also noch eine Runde durch die Lagune – laut Karte Wassertiefe 0,9 m, dürfte wohl nicht aktuell sein. Wir versuchen, im ausgebaggerten Bereich zu bleiben – ist aber ohne Markierungen schwierig, man muss raten. Also legen wir uns nach einigen Grundberührungen mitten in der Lagune für eine Kaffeepause vor Anker. Bei der nächsten Brückenöffnung um 17:30 sind wir pünktlich vor der Brücke, und bei der Tankstelle klappt dann auch alles recht gut. Nach unserem Lagunen-Tank-Ausflug ankern wir für die Nacht fast an derselben Stelle wie vorher und – es wird wieder ein gemütlicher Abend.

Am Donnerstag fahren wir nach dem Frühstück noch einmal an Land, Müll los werden, ein letztes Mal ins Internet-Cafe, Sybille möchte sich noch ein bisschen am Markt umsehen, und wir wollen auch noch ein bisschen bei dem kleinen chinesischen Supermarkt einkaufen. Wir wollen ja heute weiter in eine der Buchten im Nordwesten von St. Martin und wissen nicht, wie dort die Versorgungsmöglichkeiten sind, und ob wir dort Internetzugang haben werden. Das Wetter ist leider eher unfreundlich geworden, es regnet recht häufig und es ist auch recht kühl, nur 25 Grad. Wir sind ja nur froh, dass wir die Überfahrten mit dem Dingi in Regenpausen absolvieren können. Erst am Nachmittag brechen wir dann auf – wir wollen ja nicht allzu weit fahren. Der Wind, der auch wieder etwas kräftiger geworden ist, kommt wieder einmal fast genau von vorne, also haben die Segel Urlaub und unser braves Maschinchen bekommt was zu tun. Die Buchten an der Nordwestküste sind eigentlich alle recht nett, und wir beschließen, in der “Baie Grand Case” zu bleiben – wir sind wieder in zahlreicher Gesellschaft, finden aber ein Plätzchen, nicht weit vom Ufer, wo es recht ruhig zu sein scheint und unser Anker hält. Leider ist die lang gestreckte Siedlung am Ufer mit vielen, anscheinend geschlossenen Hotels und Restaurants nicht ganz so ruhig – es scheint eine recht lautstarke Wahlveranstaltung zu geben und auch die Musik aus den Strandrestaurants hört man bis Mitternacht. Unter Tags ist auch der nahe gelegene, kleine Flugplatz recht gut frequentiert und entsprechend laut – glücklicherweise ist dort in der Nacht Ruhe.

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