Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 19° 17' W 30° 50'

Tag 129+130: Atlantiküberquerung Tag 7+8

November 22, 2011

Am Montag, noch während der Nacht, dreht der Wind ganz langsam auf Ost – ideal für uns, ab jetzt direkten (Großkreis-) Kurs auf Barbados einzuschlagen. Mit unserem nicht ausgebaumten Passatsegel können wir ja nur platt vor dem Wind fahren, mehr als 5 Grad dürfen wir nicht von dieser Richtung abweichen; Glück gehabt, die Richtung passt genau. Leider hat unser Kurzzeitwecker den Dienst quittiert – anscheinend nicht für so heftigen Gebrauch in salziger Luft gebaut. Meine Reparaturversuche enden mit einem traurigen Häufchen Zahnrädern, Federn und Blechteilen und einem Seebegräbnis der Einzelteile unserer Eieruhr. Untertags haben wir dann eher wenig Wind und nach wie vor recht kräftige Dünung. Gegen Abend frischt der Wind aber ordentlich auf – es wird eine recht unruhige Nacht werden. Zum Abendessen gibt es auf Gemüsebett (Zwiebel- und Kartoffelscheiben, grob geschnittene Tomaten) gedünstete Goldmakrele (aus der Tiefkühlbox), dazu natürlich gemischten Salat (noch haben wir ja welchen). Besonders spannend ist es, die heiße Glasschüssel aus dem wild in seiner kardanischen Aufhängung schwankenden Herd zu nehmen, ohne sich die Finger zu verbrennen. Klappt aber sehr gut und schmeckt auch so. In der Nacht haben wir dann konstant zwischen 20 und 25 kn Wind, wir kommen dadurch recht gut voran, schlafen aber auch entsprechend schlecht. Von 00:00 (UTC-1, Bordzeit) bis 24:00 haben wir, ähnlich wie gestern, 131 sm zurückgelegt, im Schnitt waren es dann etwas über 5 kn.

Am Dienstagmorgen haben wir noch immer viel Wind (um die 25 kn), Dünung und Welle. Die Nacht war wirklich sehr unruhig, Sybille, die meistens in der Vorschiffkabine schläft, wandert von dort wieder in die Heckkabine, der Lärm durch die Wellen am Bug ist zu groß. Die Nachwirkungen der Nacht spüren wir dann noch den ganzen Tag. Trotzdem macht Sybille weiterhin brav ihre Aerobic-Übungen – scheint ihr doch gut zu tun. Zu Mittag machen wir uns dann aus den Resten von gestern eine herrliche, kräftige Suppe – die Verpflegung lässt nichts zu wünschen übrig. Nur unsere Salatvorräte gehen langsam zur Neige, wir haben aber noch ziemlich viele Feldgurken, die sich länger halten. Ab Mittag lässt der Wind dann deutlich nach, und wir kommen nur mehr langsam weiter. Der Himmel ist nur mehr leicht bewölkt, und unsere Solarpaneele bekommen was zu tun. Gegen Abend und in der Nacht gibt es dann immer weniger Wind und unsere Segel werden durch das Rollen des Schiffes sehr unruhig. Von 00:00 (UTC-1, Bordzeit) bis 24:00 haben wir dank des kräftigen Windes in der Nacht und am Vormittag dann doch 141 sm zurückgelegt, im Schnitt waren es ca. 6 kn. (Positionsmeldung von Dienstag, 22.11., 24:00 UTC-1).

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