Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 36° 50' E 28° 17'

Tag 1: Anreise nach Marmaris - jetzt geht's los!

July 16, 2011

Nach nur zwei Stunden Schlaf (Abschiedsfeier bis Mitternacht, Taxi zum Flughafen für 02:30 bestellt..) fliegen wir mit 96 kg Gepäck und einem Klappfahrrad (ein zweites ist schon an Bord) nach Dalaman und von dort geht es mit dem Transfertaxi nach Marmaris, wo die Volare schon auf uns wartet. Nachdem wir bei 36 Grad im Schiff begonnen haben, die 96 kg einzuräumen, gibt es ein kleines Mittagessen im Marina-Restaurant und anschließend ein ausgedehntes Schläfchen. Erst gegen Abend machen wir mit dem Einräumen weiter. Die letzten, kleinen Probleme, die es auf der Volare noch gab, sind inzwischen auch schon von der Marina behoben worden. Wir könnten eigentlich bald auslaufen. Zuerst kommt allerdings noch eine ordentliche Einkaufsorgie und auch noch ein paar kleine Verbesserungen an Bord müssen erledigt werden (zusätzliche Steckdose einbauen, Handtuchhalter montieren, Kartentischlampe austauschen, etc.). Die Reservesegel, die noch in der Marina auf Lager liegen, müssen auch noch verstaut werden – es wird nicht langweilig – und das bei diesen Temperaturen, die uns laut Wetterbericht auch noch die nächsten Tage erhalten bleiben werden. Nur gut, dass wir zwischendurch immer wieder ins Meer baden gehen können und uns ein wenig abkühlen können.

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N 36° 50' E 28° 17'

Tag 2: Vorbereitungen in Marmaris

July 17, 2011

Auch heute ist es sehr heiß – der türkische Wetterdienst meldet 38 Grad – auch für die nächsten Tage. Zeit, dass wir in die Ägäis kommen, dort ist wenigstens etwas Wind (natürlich aus der falschen Richtung, wenn wir nach Rhodos und dann weiter nach Kythera wollen). Aber zuerst ist noch weiteres Einräumen angesagt – die Reserve-Segel, die hier in der Marina auf Lager waren und das Passatsegel kommen in das Segel-Schapp unter der Bugkoje – geht sich gerade aus. Gestern Abend waren wir ja noch in der Stadt, groß einkaufen, auch das muss alles gestaut werden. Auch noch ein paar kleinere Arbeiten sind angesagt. Zwischendurch immer wieder ins Wasser, ein bisschen abkühlen. Morgen wird dann ausklariert und noch einmal groß eingekauft und am Dienstag geht es dann endlich los – möchte endlich Segel setzen!

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N 36° 26' E 28° 14'

Tag 3+4: Überfahrt nach Rhodos

July 19, 2011

Montag Vormittag wird ausklariert. Dann ist weiteres Ein- und Umräumen angesagt – zwischendurch immer wieder ins Wasser zur Abkühlung. Gegen Abend ist dann wieder eine größere Einkaufstour durch Marmaris geplant – wir wollen auch noch ein paar Dinge fürs Schiff kaufen und ein freundlicher Taxifahrer bringt uns von einem Laden zum nächsten und dann auch noch zum Tansas, wo er uns bei den Einkäufen hilft – schließlich wird alles sogar bis zum Schiff gebracht – sein Trinkgeld hat er sich verdient.

Am Dienstag geht es dann endlich los – gegen Mittag werden die Leinen losgeworfen und mit den in der Bucht von Marmaris häufig wechselnden Winden geht es sehr nett dahin – zuerst hart am Wind, um die Einfahrt zu erwischen, dann kurze Flaute und anschließend Vorwindkurs aufs offene Meer hinaus. Dann haben wir allerdings hart am Wind einen zu südlichen Kurs, um Rhodos zu erreichen – macht nichts, es geht herrlich dahin, bei ca. 20 kn Wind machen wir teilweise 7 kn. Weiter südlich dreht der Wind dann sogar, sodass wir mit nur einem Kreuzschlag nach Rhodos (Mandraki) segeln können, wo wir uns neben dem alten Hafen hinter dem Windmühlenkai einankern (einen Platz in der Marina zu erwischen, versuchen wir erst gar nicht).

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N 36° 26' E 28° 14'

Tag 5+6: Rhodos

July 21, 2011

Mittwoch Vormittag wird das Dingi klar gemacht und mit unseren Papieren bewaffnet geht es zum Einklarieren, zuerst Zoll (leider lange Warterei, da gerade zwei Fähren aus der Türkei angekommen sind) und zur Grenzpolizei, insgesamt geht es mit der Bürokratie aber recht flott. Am Rückweg hole ich Sybille von der Volare und es geht gleich hinüber zur Hafenpolizei, wo auch alles glatt geht. Dann ist wieder Einkaufen angesagt.

Abends wollen wir dann hinüber in die Altstadt – leider passiert beim Anlegen mit dem Dingi zwischen den Fischerbooten ein Unglück – eine messerscharfe Trimmklappe eines der Boote schlitzt unser Dingi auf und wir können gerade noch den Außenborder retten, das Dingi ist aber hin. Wie geht es weiter? Wir fragen nach einem Liegeplatz für die Volare in der Marina und bekommen einen Reserve-Platz zugewiesen, den wir aber maximal bis morgen Mittag haben können. Also schwimme ich die paar Meter zur Volare und hole sie herein, während Sybille am Kai wartet. Die Beschaffung eines neuen Dingi wird nicht einfach – muss auf morgen verschoben werden.

Am Donnerstag geht die Dingi-Suche los. Vom Marina-Büro wird mir ein kleiner Schiffsausrüster (heißt A1) beim Lidl-Hafen empfohlen – nach langem Warten holt mich von dort auch ein junger Bursche mit Motorroller ab und bringt mich hin – die Taxis streiken nämlich gerade. Leider hat der Laden nur ein einziges Dingi auf Lager, welches aber auch viel zu groß ist. Andere Dingis könnten bestellt werden – dauert aber. Wir müssen daher unseren Reserve-Liegeplatz in der Marina räumen und bekommen einen neuen Liegeplatz zwischen zwei Motorjachten zugewiesen, der sehr eng ist. Auch gibt es keine Mooring-Leine, Sybille muss sich um den Anker kümmern, während ich versuche mit meinen Fendern die Parklücke zu vergrößern. Dabei geht auch noch die schöne Landleinen-Gurtrolle zu Bruch, weil sie sich in der Reling eines der beiden anderen Schiffe verhakt. Na, ein Unglück kommt selten allein. Aber dann liegen wir eingeklemmt zwischen den beiden anderen Jachten recht gut. Ich versuche, einen der lokalen Agenten zu kontaktieren, dass er uns bei der Dingi-Suche hilft, aber das wird wohl dauern. Inzwischen können wir ein paar Urlaubstage auf Rhodos einlegen. 

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N 36° 26' E 28° 14'

Tag 7+8: Rhodos, Marmaris und ein Dingi, Aufbruch

July 23, 2011

Nachdem am Freitag Vormittag keiner der beiden Agenten, die für mich auf Dingi-Suche gehen sollten, in der Lage war, mir auch nur eine Auskunft über die Lieferbarkeit von Dingis auf Rhodos zu geben, schicke ich eine Anfrage per e-Mail an Peter, den Stützpunktleiter meiner Heimatmarina in Marmaris, wie es bei ihm mit Dingis ausieht. Fünf Minuten später habe ich schon die Antwort: es gibt mehrere Typen auf Lager, welches ich denn haben möchte – falls es nicht lagernd sein sollte, so gibt es in Marmaris genügend Bezugsquellen. Na denn. Bevor ich noch ein paar Tage hier mit Warten auf nicht eintreffende Auskünfte bzw. mit Warten auf ein Dingi verbringe, fahre ich doch lieber zurück nach Marmaris. Also melde ich mich bei der Marina ab – unser Platz ist anscheinend ohnehin schon reserviert für jemand anderen. So gegen 17:00 sind wir dann auch schon wieder in Marmaris – hätten nicht gedacht so schnell wieder hierher zu kommen. Das neue Dingi wartet schon auf uns und wird gleich auf dem Vordeck vertäut – wir wollen ja gleich weiter, Richtung Westen, die erste Nachtfahrt steht bevor. Wir werden Vierstundenwachen machen, wobei die Freiwache ohnehin im Cockpit schläft, um einsatzbereit zu sein, außerdem ist es draußen ohnehin viel angenehmer. Mit recht angenehmem Wind geht es zuerst die türkische Küste entlang, leider müssen wir durch die Düse zwischen Rhodos und dem Festland ein paar Kreuzschläge machen. Das wird uns auch den weiteren Weg nach Westen nicht erspart bleiben, in dieser Gegend ist nun einmal sehr oft Westwind.

Der Samstag beginnt mit einer Wende nach NNW nahe Rhodos – der Wind ist recht angenehm, nur leider aus der falschen Richtung. Erst um ca. 03:00 können wir dann einen Kurs hart am Wind Richtung Kreta fahren – dort wollen wir zwar nicht hin, aber es geht ganz gut mit 6-7 teilweise über 8 kn dahin, obwohl das Meer recht ruppig ist und wir wegen der 20 – 30 kn Wind ein bisschen gerefft haben. Essen fällt wegen der Verhältnisse eher spartanisch aus, aber sonst geht es uns beiden recht gut, nur Sybille hat noch ein bisschen Probleme mit dem Magen. Wenn alles klappt, dann sollten wir morgen Santorin erreichen, wo wir ein paar Tage bleiben wollen.

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N 36° 20' E 25° 26'

Tag 9: Santorin

July 24, 2011

Der Tag beginnt mit einem in der Ägäis eher seltenen Ereignis – wir kommen in eine totale Flaute – der Windmesser zeigt nicht mal mehr 1 kn – aus allen Richtungen – und das Meer ist spiegelglatt mit einer richtigen Dunstschicht darüber, die den Mond, der eben aufgegangen ist, recht gespenstisch erscheinen lässt. So werfen wir halt die Maschine an und steuern Santorin direkt an. Erst am Vormittag – wir nähern uns bereits unserem Ziel – kommt dann ein bisschen Wind aus der richtigen Richtung auf und sehr gemütlich geht es unter Segel dann weiter Richtung Santorin, wo wir um die Mittagszeit im Hafen Vlychada an der Südspitze der Insel eintreffen.

Der Hafen ist dicht mit Ausflugsschiffen und zahlreichen Segelyachten aller Art belegt, aber wir können am Platz eines Fischers wenigstens eine Nacht liegen, morgen wird man weiter sehen.

Gegen Abend organisieren wir uns dann einen Motorroller mit dem wir hinauf nach Thyra fahren und den Fahrtwind genießen. Thyra selbst ist wirklich atemberaubend und auf einer der Dachterrassen genehmigen wir uns ein gepflegtes Abendessen samt Sonnenuntergang.

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N 36° 20' E 25° 26'

Tag 10: Noch immer Santorin

July 25, 2011

In der Nacht werde ich durch ungewohnte Geräusche wach – es legt sich gerade ein kleines Schiff im Päckchen an die Volare – der Hafen ist voll.

Vormittags nützen wir noch unseren Motorroller und gehen einkaufen – morgen wollen wir ja von hier wieder aufbrechen, wobei die aktuelle Windprognose einen Zwischenstopp auf Milos nahelegen würde – erst am Donnerstag soll der Wind dann eher auf N drehen, womit wir prima nach Kythera kommen würden. Wird noch diskutiert werden.

Nachmittags machen wir dann einen Ausflug mit der Volare hinüber in den Krater von Santorin, um uns die Landschaft einmal auch von unten anzusehen. Wegen des ungünstigen Windes fahren wir den ganzen Hinweg mit der Maschine. Vom Meer aus ist der Blick hinauf nach Thyra längst nicht so schön wie von oben – muss man trotzdem einmal gesehen haben.

Am Rückweg können wir dann schön segeln – im Hafen haben wir zwar schon die Liegegebühren bezahlt, aber es ist wieder einmal kein Plätzchen frei, wir können uns aber im Päckchen an einen Fischer anhängen, der gerade mehrere riesige Schwertfische auf einen Klein-LkW verlädt – so einen sollte man einmal selber fangen können.

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N 36° 20' E 25° 26'

Tag 11+12: Santorin, Folegandros

July 27, 2011

Dienstag wollten wir eigentlich nach Milos – nachdem wir aber recht spät aus den Kojen kriechen, werfen wir auch viel später als geplant in Vlychada die Leinen los. Zuerst geht es mit sehr angenehmen Winden um Santorin herum, dann lässt aber der von der Wetterprognose angekündigte SW-Wind auf sich warten, sodass wir einen viel zu nördlichen Kurs fahren müssen. Nachdem kurz vor Sikinos klar wird, dass wir Milos auch wegen der notwendigen Kreuzschläge erst spät in der Nacht erreichen werden, disponieren wir um, und beschließen, mit der Maschine die Bucht von Vathy auf Folegandros anzulaufen und dort auf den ab Donnerstag wieder einsetzenden Meltemi zu warten, der uns nach Kythera bringen soll. Im Ormos Vathy sind wir das einzige Schiff, einige Mooring-Bojen liegen aus, aber unser Anker hält hervorragend, sodass wir trotz des Windes und des Seegangs, die in die nach SW offene Bucht hereinkommen, zwar sicher aber sehr unruhig liegen.

Mittwoch ist Ruhetag angesagt – der Wind hat nachgelassen, es hat angenehme Temperaturen und wir genießen einen Urlaubstag.

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N 36° 37' E 24° 53'

Tag 13+14: Folegandros, Kythera

July 29, 2011

Am Donnerstag ist am Vormittag noch Urlaub geplant – Schwimmen, Lesen, Schreiben, Faulenzen, Schlafen, etc. Am frühen Nachmittag brechen wir dann doch Richtung Kythera auf – der Wind sollte aus der richtigen Richtung kommen, dürfte aber recht schwach sein – wir werden sehen. Für die Nachtwache planen wir diesmal wieder Drei-Stunden-Wachen. Tatsächlich ist der Wind sehr ungleichmäßig – wir können zwar direkten Kurs auf Kythera fahren, aber streckenweise ist der Wind so schwach, dass wir doch die Maschine anwerfen bis wir wieder in eine Wind-begünstigte Zone kommen. Es geht so gemütlich dahin, dass wir uns sogar ein gepflegtes Abendessen machen: Spaghetti mit einer Speck-Zwiebel-Käse-Schlagobers-Verfeinerung (Spezial-Rezept des Hauses), dazu ein Fläschchen Retsina.

Der Freitag beginnt wieder mit einer Flaute-Phase und feuchtkühlem Wetter, aber spiegelglattem Meer, über das wir mit unserer Maschine dahinbrummen. Bald nach einem spektakulären Sonnenaufgang erreichen wir dann um 9:40 den Ormos A. Nikolaou mit der kleinen, sehr hübschen Bucht von Avlemonas, wo wir als einzige Besucher mitten drin ankern – der Rest des Tages ist wieder Urlaub (siehe oben) angesagt. Gegen Abend wird das Dingi für seine Jungfernfahrt klar gemacht und wir fahren in den kleinen Hafen hinüber – ein bisschen einkaufen und dann suchen wir uns eine nette Taverne mit Blick auf die Bucht (und auf die Volare, und gutem Essen).

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N 36° 37' E 24° 53'

Tag 15+16: Kythera

July 31, 2011

Samstag ist Baden, Lesen, Tagebuch schreiben, und viel Faulenzen am Programm. Am Eingang der Bucht steht ein verfallenes Kastell zu dem man hinüber schwimmen kann – im Inneren liegen noch rostige Kanonen herum. Abends geht es wieder zu “unserem” Restaurant – auch ein Griechischer Salat (entsprechend groß) mit frischem Weißbrot und Weißwein und endlich gefüllte Tomaten für Sybille sind wieder sehr gut. Leider gibt es in dem kleinen Laden kein Brot mehr, macht nichts, fahre ich morgen früh schnell noch her.

Sonntag hat der kleine Laden im Ort glücklicherweise offen und auch herrlich frisches Brot. Gegen 11:00 brechen wir dann leider schon auf – wir wollen ja weiter nach Kalamata am Peloponnes und die Windprognose verheißt nichts Gutes. So wird es dann auch – zwischen 20 und 30 kn Wind auf die Nase und die dazu passenden Wellen. Wir kommen so kaum weiter und sind bis Mitternacht nicht einmal auf der halben Distanz nach Kalamata…

 

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