Kanaren 2011
VORBEREITUNG
April 02, 2011
Ein fast perfekter Tag, um einzusegeln, wie es sich gehört.
Wir segeln an verschiedenen historischen Punkten unseres Landes vorbei. Dann stellt der Wind ab und wir benützen den Diesel, um zurück zu kommen. Dabei können wir einen Cliff-Springer bewundern. Obwohl das Wasser ziemlich kalt ist, wagt er einen Sprung aus ca. 25 m. Wow !
Und dabei geniessen wir hervorragendes Bier, selbst gebraut von unserem – leider abwesenden – Braumeister. So kann man es sich gut gehen lassen…
Tagesweg: 13.8 Meilen
1. Tag (Samstag) ZÜRICH – TENERIFFA SÜD – MARINA SAN MIGUEL
April 09, 2011
„Cool“, rufen viele Kinder, als das Flugzeug beim Landeanflug in Turbulenzen gerät und wir etwas durchgeschüttelt werden. Wie sieht es dann aber wohl am Boden aus, wenn wir die Segel hissen werden?
Unser Boot, eine Océanis 43, hat den Namen „El Demonio de Tasmania“. Hoffentlich sind wir auf diesem tasmanischen Teufel gut aufgehoben!
Die Bootsübergabe macht sich der Mitarbeiter sehr einfach: er drückt uns eine Liste in die Hand und fordert uns auf, diese zu überprüfen. Manchmal kommt er schnell vorbei, beantwortet ein paar Fragen und verschwindet wieder, um fehlendes Material zu holen. Leider hat es zu viel Wind, sodass wir die Segel nicht ausrollen können (das sollte sich später rächen).
Nun kommen auch die Einkäufer zurück und wir verstauen die Ess- und Trinkwaren, beziehen die Kojen und machen uns auf, ein Restaurant in der Nähe zu finden.
Bald spazieren wir an einer Menukarte vorbei, der wir nicht widerstehen können (das Chateau Briand war wirklich gut). Den Abend beenden wir genussvoll mit einem gemütlichen Schluck aus der Buddel und z.T. mit einer Zigarre.
2. Tag (Sonntag) MARINA SAN MIGUEL – SAN SEBASTIAN DE LA GOMERA
April 10, 2011
Voller Vorfreude kriecht einer nach dem anderen aus seiner Koje und sofort erfüllt feiner Kaffeeduft die Luft. Schnell sind auch die Zutaten zum Frühstück bereit und wir geniessen den sonnigen Morgen.
Dann verfolgen wir aufmerksam die Sicherheitsinstruktionen unseres Skippers. Diese sind auf jeden Fall ernst zu nehmen, denn aufgrund der Wettervoraussage erwartet uns draussen ein kräftiger Wind von 20 – 25 Knoten (5 – 6 Bft). Auch im geschützten Hafen weht es schon ganz anständig, sodass wir uns genau überlegen müssen, wie wir von unserem Platz wegkommen.
Zunächst knüpfen wir die Muring zusammen, die wohl unsere Vorgänger durchgetrennt hatten. Dann geht es los, aber O Schreck, auch uns ereilt dieses Schicksal und ein Taucher muss die Leine vom Propeller abschneiden. Naja, ist ja auch nicht ganz einfach, mit 2 ! Murings zusammen zu hantieren.
Wir lassen uns aber nicht beirren und fahren endlich los. Weil wir die Verhältnisse und das Boot noch nicht kennen, bleiben wir vorsichtig und rollen zunächst nur die Genua aus. Nun, für den Anfang reicht es und wir fahren gemütlich ums Kap. Später lässt der Wind nach und wir können jetzt auch das Grossegel aufziehen.
In der Zwischenzeit ist es schon 15 Uhr geworden und wir sind noch weit von unserem Ziel, der Insel La Gomera, entfernt. Also was tun? Der Wind hat deutlich nachgelassen und wir entscheiden uns, einen Hafen in Teneriffa anzulaufen, von dem aus wir am nächsten Tag eine gute Ausgangslage für die Überfahrt nach La Gomera haben. Leider hat der Hafen Los Gigantes bei Westwind eine gefährliche Einfahrt. Da sollten wir besser nicht hineinfahren, also rufen wir im Hafen Puerto Colòn an, doch dieser ist voll. Bleibt nur noch Cristianos und wir fahren da hinein. Dieser ist aber überhaupt nicht für Gäste ausgelegt, sodass wir uns nach einigem Herumkurven schweren Herzens entscheiden, doch noch mit Motorenkraft La Gomera anzusteuern (wir sind doch eigentlich zum Segeln hier, sonst hätten wir ja ein Motorboot chartern können, oder?)
Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir dann endlich unser Ziel. Zunächst legen wir längsseits an der Mole an, wo uns ein Mitarbeiter erklärt, dass wir in eine Box etwas weiter vorne verholen müssen. Bei dem kräftigen Wind, der von hinten weht, ein nicht ganz einfaches Unterfangen für uns. Aber wir besprechen die Situation ausführlich und alles klappt dann bestens.
Der Skipper führt uns dann in eine Pizzeria mit speziellem Dach. Aber die beste Mahlzeit ist nicht eine Pizza, sondern Fisch. Und dieser ist wirklich ganz hervorragend.
Bald verkriechen wir uns in die Kojen, denn wir wollen morgen früher losfahren als heute. Es steht eine Etappe von über 50 Meilen auf dem Programm und wir wollen keine Nachtankunft in einem unbekannten Hafen durchführen. Die Schaukelei beim Einschlafen kommt uns schon sehr vertraut vor und schnell ist Ruhe auf dem Boot.
Tagesweg: 41 Meilen
3. Tag (Montag) SAN SEBASTIAN DE LA GOMERA – SANTA CRUZ DE LA PALMA
April 11, 2011
Super, heute verlassen wir den Hafen früher als gestern. Wir müssen ja keine Sicherheitseinweisung mehr durchführen und wir haben auch keine Muring im Propeller. Zunächst beobachten wir unsere russischen Nachbarn beim Ablegemanöver. Genauso sollte man es aber nicht machen!
Also geht es schon um 10 Uhr los und wir freuen uns über einen schönen Wind mit Stärke 5. Wir richten den Bug nach Norden und peilen die nächste Insel an – La Palma. Allenfalls aufkommende Übelkeit wird nicht beachtet bzw. mit stoischer Ruhe ertragen und weggesteckt.
Doch was ist das? Bei einem entspannten Blick aus dem Lee nach vorne entdeckt der Co-Skipper etwas, das sich jeder Seemann überhaupt nicht wünscht: eine Naht der Genua im Achterliek hält der Belastung nicht stand und reisst aus. Auch die Verbindung zwischen dem obersten Mastrutscher und dem Grossegel ist gebrochen (wird mit Kabelbinder repariert). Da hilft nichts, die Genua muss eingerollt werden und wir tuckern mit dem Motor bis zu unserem Ziel. Schade, denn es war ein schöner Tag mit idealem Wind zum Segeln (wir sind doch eigentlich zum Segeln hier, sonst hätten wir ja ein Motorboot chartern können, oder?).
Um 20 Uhr kommen wir dann im Hafen an. Gut, dass wir mittlerweile ein eingespieltes Team sind, denn das Anlegen gestaltet sich auch dieses Mal nicht ganz einfach. Aber wir schaffen es, ohne den kleinsten Schaden zu verursachen.
Jetzt muss zuerst telefoniert werden. Der Vercharterer verspricht uns, am nächsten Tag ein Ersatzsegel zu bringen, sodass wir unsere Reise fortsetzen können. Beim Nachtessen fragen wir uns, warum uns dieses Malheur passiert ist. Vielleicht weil heute Morgen Neptun seinen Obolus nicht gekriegt hat? Wir geloben für die nächsten Tage auf jeden Fall Besserung!
Tagesweg: 62 Meilen
4./5. Tag (Dienstag/Mittwoch) SANTA CRUZ DE LA PALMA - SAN SEBASTIAN DE LA GOMERA
April 12, 2011
Tatsächlich, es klappt: am Mittag ist das Ersatzsegel eingetroffen. Es ist zwar ein noch älteres Modell als dasjenige, das wir soeben abmontiert hatten, aber wir hoffen natürlich, dass es mindestens für den Rest der Woche hält.
Jetzt stellt sich allerdings die Frage, wie wir den restlichen Tag ausnützen wollen. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für eine Fahrt zur Insel El Hierro. Wir wollen den tollen Wind ausnützen, vor allem weil er gemäss Voraussage in den nächsten Tagen deutlich zurückgehen wird. Das heisst aber, dass ein Nachtschlag notwendig ist, weil die Entfernung für eine Tagesreise zu gross ist.
Also relaxen wir noch etwas und genehmigen uns ein feines Nachtessen. Unser „Mister lonely planet“ führt uns zielsicher zum wohl besten Restaurant der Stadt.
Um sicher abzulegen, müssen wir das Boot verholen. Das ist gar nicht so einfach mit den z.T. zu kurzen Leinen und erfordert einiges an Improvisation. Aber selbstverständlich schaffen wir auch diese Hürde und um 18 Uhr verlassen wir den Hafen. Bald schon setzt die Dämmerung ein und wir segeln mit freudiger Erwartung in die Nacht.
23 Uhr: Halse
03 Uhr: der Wind nimmt zu, wir müssen reffen! Ist da ein Elmsfeuer an der Mastspitze zu erkennen?
05 Uhr: der Bildschirm des Plotters fängt an zu flackern und wird kurz darauf schwarz! Na toll, aber wir haben ja noch das Hand-GPS, also kein grosses Problem, nur etwas mühsamer zum Navigieren. Wir prüfen den Ladezustand der Batterien und nehmen erstaunt zur Kenntnis, dass die Spannung rapide abgefallen ist. Und noch während wir uns Gedanken machen über die Ursache, beginnen auch die übrigen Anzeigen zu flackern und geben gleich darauf den Geist auf.
Sehr gut! Keine Windanzeige und keine Kompassbeleuchtung! Und zu allem Überfluss versagt auch noch die Stirnlampe des Steuermanns. Da hinten war doch der Klabautermann zu sehen, oder? Jetzt wird es schon etwas ungemütlich, zusammen meistern wir aber auch diese Situation (Stirnlampe ersetzen / Kurs finden und mit Kompass fahren / Motor laufen lassen um die Batterien zu laden).
Aber was ist denn jetzt wieder los? Die Batterien werden nicht aufgeladen sondern ENTLADEN! Sogar die Starterbatterie verliert Spannung! Somit entscheiden wir, den Motor nicht mehr auszuschalten, bis wir im Hafen sind, da wir nicht sicher sind, ob wir ihn wieder starten können! Im Weiteren entschliessen wir uns, nicht nach El Hierro zu fahren (weil wir da keine Reparaturmöglichkeiten erwarten), sondern wieder zurück nach La Gomera zu steuern. Nun, zu Kolumbus‘ Zeiten war hinter El Hierro ja ohnehin das Ende der Welt und wir wollen auf keinen Fall über den Rand hinunterfallen. Es ist sicher besser so.
So fahren wir also unter Segeln, aber mit laufendem, ausgekuppeltem Motor wieder Richtung San Sebastian de la Gomera (wir hätten vielleicht doch besser ein Motorboot gechartert). Dabei hätten nur noch ca. 10 Meilen gefehlt bis ans Ende der Welt! Stattdessen haben wir ein paar unerwartete zusätzliche Stunden Arbeit ohne Pause vor uns.
Aber das Glück wendet sich zu unseren Gunsten: Neptun schickt uns eine Schule Delfine und diese gelten ja gemeinhin als gutes Zeichen. Wir freuen uns sehr über die verspielten Tiere und verfolgen fasziniert, wie sie über die Bugwelle reiten, neugierig zu uns heraufschauen und aus dem Wasser springen. Fantastische Tiere!
Endlich kommen wir um 16 Uhr im uns bekannten Hafen an und legen auch gleich am gleichen Platz wie vor 2 Tagen an. Jetzt heisst es wieder telefonieren und das Batterieproblem melden. Der Spezialist empfiehlt uns, den Stromanschluss an Land zu benützen. Wir sind skeptisch: wird dann nicht gleich alles in Feuer aufgehen? Aber nein, alles geht gut, und die Batterien laden sogar wieder auf!?!?!
Jetzt ruhen wir uns etwas aus, bevor wir die Kirche besuchen, die damals schon Christoph Kolumbus besuchte, bevor er zu seiner historischen Fahrt im Jahr 1492 aufbrach. Zum Nachtessen besuchen wir wieder die gleiche Pizzeria wie das letzte Mal. Und wieder ist der Fisch exzellent. Das haben wir uns verdient!
Tagesweg: 135 Meilen
6. Tag (Donnerstag) SAN SEBASTIAN DE LA GOMERA
April 14, 2011
Wir haben folgende Ausgangslage: wir sind ziemlich müde und es ist heute wenig bis gar kein Wind zu erwarten. So fällt uns die Entscheidung leicht, einen Hafentag zum Entspannen einzulegen. Man soll ja nicht nur segeln, sondern die Gelegenheit benützen, auch Land und Leute kennenzulernen.
Das wollen wir tun und mieten 2 Autos. Wir folgen der Route, die uns ein Mitarbeiter im Tourist Office empfohlen hat. Diese führt uns rund um die Insel und ist bequem in einem Tag zu machen. Da gibt es viel zu entdecken.
Zunächst sind da die interessanten geologischen Formationen zu bewundern. Unser Bauingenieur klärt uns gestenreich über alle Details auf. Auch die Überreste einer Bananen-Verladestation sind zu sehen. Dann sind die immer wieder wundervollen Aussichten zu den Nachbarinseln zu erwähnen. Man sieht den Teide von Teneriffa, die Insel La Palma und auch El Hierro (ich höre immer: El Hierro; was ist das; wo ist das?).
Das Bekannteste hier ist aber der Regenwald im Herzen der Insel. Er ist Unesco-Welterbe und ist als grosser Nationalpark ausgestaltet mit vielen schönen Wanderwegen. Wir geniessen die kurzen Spaziergänge durch den schattigen Wald zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Auch ein kleines Museum kann besichtigt werden. Es zeigt die Besiedelung und die Gebräuche der Insel. Ganz speziell ist hier die Pfeifsprache, mit denen sich die Hirten über weite Distanzen verständigen können.
Das Highlight erwartet uns dann am Abend in La Calera, auf der anderen Seite von La Gomera. Eigentlich dachten wir, die Hippies wären ausgestorben, aber hier gibt es tatsächlich noch welche. Sie veranstalten jeden Abend eine Party, indem sie auf ihren Trommeln die Sonne verabschieden, die langsam im Meer untergeht…
Aber das Beste kommt noch: wir haben ein Restaurant für unser Nachtessen ausgesucht, wo ein Tisch reserviert ist. Nicht für uns, aber es muss schon etwas Spezielles stattfinden, weil an den 4 Seiten jeweils ein Mikrofon installiert wird. Und tatsächlich, es kommen 4 Musiker mit Gitarren, die hervorragend spanische Lieder spielen und singen. Später gesellen sich eine Frau und auch ein Handorgelspieler dazu. Toller Sound!
Erst spät abends sind wir wieder zurück auf dem Boot und genehmigen uns einen Schlummertrunk.
Tagesweg: 0 Meilen
7. Tag (Freitag) SAN SEBASTIAN DE LA GOMERA – MARINA SAN MIGUEL, TENERIFFA
April 15, 2011
Heute wird wieder nur wenig Wind erwartet. Deshalb benötigen wir wieder den Motor (wir sind doch eigentlich zum Segeln hier, sonst hätten wir ja ein Motorboot chartern können, oder?). Und tatsächlich, er springt problemlos an. Ist doch mal eine gute Nachricht! Gleich nach der Hafenausfahrt müssen wir bereits auf den Verkehr achtgeben. Eine Fähre will da rein, wo wir rausgekommen sind. Und gleich dahinter folgt noch eine. Und wie! Es ist eine Schnellfähre und wir sehen staunend zu, mit welcher unglaublichen Geschwindigkeit sie ihre Schwester überholt.
Da wir unterwegs eine Mahlzeit kochen wollen, wäre doch ein Fisch dazu nicht schlecht, oder? Also Angel raus und geduldig warten. „Da ist was!“ tönt es gleich darauf. Ein kräftiger Ruck zeigt an, dass einer angebissen hat. Aber welche Enttäuschung nach dem Einholen. Der Köder ist weg, einfach abgebissen. Um es kurz zu machen: wir haben auf diesem Törn keinen einzigen Fisch gefangen.
Nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt entdecken wir eine grosse Rückenflosse. Und gleich daneben noch eine. 2 Grindwale schwimmen an der Wasseroberfläche. Sie lassen sich von uns nicht stören, so können wir ziemlich nahe heranfahren. Immer wieder zischt es, wenn die Tiere atmen und manchmal hört man auch einen leisen Pfeifton. Was sie sich wohl erzählen?
Nun ist es Zeit, Spaghetti zu kochen. Fisch dazu gibt es halt nur aus der Dose. Sie schmecken trotzdem hervorragend und wir machen uns auch über die letzten Reste des Weinvorrates her.
In der Zwischenzeit hat sich die Sonne hinter den Wolken hervorgekämpft und es wird richtig schön warm. Ideal, um ein Bad zu nehmen. Doch ist das Wasser wirklich für alle warm genug? Todesmutig stürzt sich der erste hinein und verkündet gleich, dass es richtig angenehm ist. Der Tauchcomputer zeigt 21 Grad an. Wirklich? – ja, wirklich! Also getrauen sich auch alle anderen ins kühle Nass. Aber wo sind nur die Badehosen? Kein Problem, man weiss sich zu helfen. Es ist einfach herrlich, über der sauberen, tiefblauen Weite zu schweben.
Rechtzeitig vor dem Abgabezeitpunkt sind wir wieder zurück in der Marina. Zuerst fahren wir zur Tankstelle und bunkern 153 l Diesel (= 7,25 l / h). Es hat bereits ein anderes Boot angelegt. Diese Crew scheint ebenfalls ein Problem gehabt zu haben. Ein Mitarbeiter der Marina turnt nämlich mit dem Bootsmannsstuhl am Vorstag herum und versucht, die losen Teile zu fixieren.
Da der Wind stark aufgefrischt hat, nehmen wir das Angebot des Mitarbeiters an, uns beim Umparkieren behilflich zu sein, dankend an. So landen wir sicher an unserem Platz. Bei der Rückgabe des Bootes gibt es einige Diskussionen über die Kostenfolgen des zerrissenen Segels und einiger defekter Ösen am Grossegel. Wir lassen uns aber die gute Stimmung nicht verderben und lassen nochmals die ganze Woche genüsslich vor unserem geistigen Auge passieren. Es war eine erlebnisreiche Zeit und jeder einzelne von uns hat viel gelernt.
Zum Nachtessen nehmen wir ein Taxi und fahren in den nahen Hafen Las Galletas. Da gibt es ein mexikanisches Restaurant, das wir unbedingt besuchen müssen. Wir werden nicht enttäuscht. Das Essen ist wirklich hervorragend und die hungrigen Mäuler vertilgen auch tatsächlich den grossen Teller, wo ½ Meter mexikanische Spezialitäten drauf sind! Da es langsam eng wird im Zelt (es wird ein Geburtstag gefeiert) verkrümeln wir uns an einen kleinen Tisch. Jetzt geniessen wir zum Abschluss eine Margarita und beobachten belustigt die fröhliche Gesellschaft.
Tagesweg: 31 Meilen / TOTAL: 269 Meilen
8. Tag (Samstag) TENERIFFA – ZÜRICH
April 20, 2011
Unser Flug geht erst um 16 Uhr, aber wir müssen das Boot schon um 9 Uhr verlassen. Es soll auf Vordermann gebracht werden, da es gleich nach Mallorca überführt wird. Also was tun mit den letzten Stunden auf Teneriffa? Zum Beispiel fischen (wieder nichts gefangen), Logbuch nachführen, Meilenbestätigungen ausstellen oder einfach bei einem Bier über Gott und die Welt philosophieren. Selbstverständlich werden alle Erlebnisse der letzten Woche nochmals ausführlich besprochen. Es wird erzählt, welche Monsterwellen und Orkane wir überstanden haben und welche Probleme wegen dem zerrissenen Segel und Stromausfall wir bravourös gemeistert haben. Viel Stoff für Seemannsgarn. Der tasmanische Teufel hat sein teuflisches Gesicht gezeigt und auch Neptun hat sich ein paar Spässchen erlaubt und uns klar gemacht, wer hier der Herr und Meister ist. Aber wir sind uns einig: es war toll und wir sollten das Ganze wiederholen, hoffentlich mit einem Boot, wo nicht nur die nötigsten Reparaturen auf billigste Art gemacht werden.
Der Flug verlief ganz ruhig und wir können einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Ach ja, und gleich ist Vollmond. Das zaubert eine ganz spezielle Stimmung. Ein Abschluss dieser Woche vom Feinsten.
ABSCHLUSS
May 21, 2011
Wir wollen noch etwas in Erinnerungen schwelgen und haben uns daher entschlossen, nochmals einen (bzw. 2) Tage zusammen auf dem See zu verbringen. Leider haben es nicht alle geschafft. Der Braumeister fehlt auch heute, aber das macht ja nichts, er hat sein Bier geliefert. Wir werden an Dich denken, wenn wir anstossen!
Zunächst geht es nach Westen. Wir kommen bis zur „Naas“ und erhaschen einen Blick um die Ecke. Dann kehren wir um und machen uns auf den Weg zum Rütli. Unterwegs betrachten wir gespannt das Wetter. Gewitter sind angesagt, doch wir haben Glück, die Unwetter sind zwar sichtbar, kommen uns aber nicht in die Quere.
Dummerweise können vor dem Rütli nur 2 Boote anlegen und beide Plätze sind bereits besetzt. Also drehen wir noch eine Runde und diskutieren die Alternativen. Am Schluss sind wir bereit, den einen Kahn zu entern und umzuparkieren. Zu allem entschlossen steuern wir wieder auf die Anlegestelle los. Jetzt ist aber alles frei und wir können den ganzen Platz für uns gebrauchen. Glück gehabt (der andere Böötler). Den Abend verbringen wir im Herzen der Schweiz und nach einigen Rütli-Kaffees, gepaart mit Kanaren-Zigarren, geht es mit einem Nachtschlag zurück in den Hafen.
Am nächsten Morgen werden 2 weitere Crew-Mitglieder verabschiedet und es bleiben nur noch 3 Seemänner übrig, die sich nochmals auf den See wagen. Leider stellt der Wind bald einmal ab. Auch die Regattaleitung hat sich sicher für ihre Veranstaltung mehr erhofft. Die Boote dümpeln in der Flaute herum. Für uns heisst es also: Motor an und Rückweg antreten. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Regen kommt, haben wir alles zusammengeräumt und ein tolles Wochenende ist schon wieder vorbei.
Tagesweg: Samstag 22 Meilen / Sonntag 7 Meilen
