Türkei (Bodrum) 2009

N 37° 00' E 27° 15'

ZÜRICH – TURGUTREIS (1. Tag)

June 13, 2009

In der Marina in „Turgutreis“ angekommen, machen wir uns auf die Sucher nach „unserem Boot“, der „Dolce“. Gleich machen sich die einen daran, die Checkliste der Bootsübernahme abzuarbeiten, während sich die anderen aufmachen, den notwendigen Proviant für die kommende Woche zu besorgen.

Speziell angetan sind wir vom GPS-Plotter, der nicht unten beim Navitisch, sondern oben, draussen im Cockpit montiert ist. So wird das Navigieren zum Kinderspiel.

Dann erscheint die Einkaufscrew schwerbepackt auf dem Ponton genau zum Zeitpunkt, wo die Schiffsübernahme abgeschlossen ist. Allerdings fehlen Spaghettis! So ein Riesenfehler! Was gibt es denn nun zum Nachtessen? Nun, für heute haben wir diese Sorge nicht. Nachdem die Kojen bezogen sind machen wir uns auf den Weg ins Dorf. Wir lassen uns von der Wärme und der südländischen Atmosphäre einfangen und schlendern durch die Strassen. Eine lauschige Beiz ist auch schnell gefunden und wir geniessen die erste türkische Mahlzeit. Die Vorspeise (Meze) wird direkt am Buffet ausgewählt. An den aufgewärmten Rotwein müssen wir uns erst noch gewöhnen.

Zum Abschluss des Abends bummeln wir durch die Strassen und beobachten auf dem Hauptplatz eine Hochzeit. Es werden Geschenke an das Brautpaar verteilt und es wird getanzt. Die Musik wird allerdings sofort unterbrochen, wenn der Muezzin von der Moschee zum Gebet ruft.

Bald sind wir wieder zurück auf dem Boot, nehmen noch einen kleinen Schlummertrunk und verkriechen uns in der Koje. Was uns morgen wohl erwartet?

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N 37° 00' E 27° 47'

TURGUTREIS - ÇÖKERTME (2. Tag)

June 14, 2009

Langsam kriecht einer nach dem anderen aus dem gemütlichen Bett. Und sogleich werden die feinsten Sachen aufgetischt. Die Küchencrew fährt ein grossartiges Frühstücksbuffet auf. Schön, unter freiem Himmel alle diese Köstlichkeiten zu geniessen.

Die Angestellte des Vercharterers auf ihrer morgendlichen Tour warnt uns vor kräftigen Winden und legt uns nahe, vorsichtig zu sein. Und tatsächlich, draussen pfeifen uns 5 Bft um die Ohren. Deshalb entschliessen wir uns, das Grosssegel nur bis zum 2. Reff aufzuziehen. Auch die Genua wird entsprechend gerefft. Es ist wohl vernünftiger so, es ist ja der erste Tag und wir kennen das Schiff noch nicht. Ebenso sind wir nicht vertraut mit den örtlichen Wetterbedingungen und wollen uns langsam daran gewöhnen. Das fängt schon damit an, dass das Schiff sehr präzise im Wind stehen muss, damit sich das Grosssegel beim Aufziehen nicht in den Leinen des Lazy Jacks verheddert. Mangels Übung dauert es schon eine Weile, bis alles am richtigen Ort ist, aber endlich können wir bei Wind aus NW nach Süden segeln. Beinahe hätten wir allerdings das Wichtigste vergessen: wir müssen sofort den Obulus an Neptun entrichten! Diesen wollen wir auf keinen Fall erzürnen. Das fehlte noch, dass wir uns mit den Göttern anlegen!

Nachdem wir das Kap erreicht haben, nehmen wir Kurs nach Osten, Richtung Bucht von „Çökertme“, unserem Etappenziel. Wir gewöhnen uns schnell an Windstärken von 25 Knoten und geniessen den Tag in vollen Zügen. Es ist toll, mit 8 Knoten über’s Wasser zu fliegen. Und alles bei strahlendem Sonnenschein, was will man mehr! Allenfalls aufkommender Übelkeit wird einfach keine Beachtung geschenkt. 





 „Captain Ibrahim“ vom gleichnamigen Restaurant empfängt uns und übergibt unserem „Muringmann“ die Leine höchstpersönlich. Und auch der Rest des Anlegemanövers klappt ohne Probleme, sodass wir bald beim wohlverdienten Ankertrunk sitzen.

Die ersten begeben sich gleich darauf ins Restaurant, um den besten Tisch für das Nachtessen zu reservieren. Beim anschliessenden Rundgang besuchen sie auch den „Supermarket“ und sehen, wo der Abfall (= „Çöp“ – ein Wahnsinnswort) deponiert werden kann.

Nachher heisst es: Badehose anziehen und rein ins lauwarme Wasser. Das sind Ferien!

Das Nachtessen wird natürlich mit „Meze“ eröffnet (es wird sich herausstellen, dass wir an diesem Abend die besten, würzigsten Vorspeisen der ganzen Woche geniessen durften). Doch jäh wird die Gemütlichkeit unterbrochen. Der kräftige Wind hat eine Angriffsfläche gefunden und zieht das Grosssegel aus dem Lazy Bag.

Nur zu schnell ist der Abend vorbei und wir begeben uns leicht schwankend auf unsere schwankende „Dolce“. Ein fantastischer Segeltag ist Geschichte. Wir sind gespannt auf das, was noch kommen wird.

Tagesweg heute: 32 Meilen

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N 36° 55' E 28° 10'

ÇÖKERTME – BÜKÜ KOYU (3. Tag)

June 15, 2009

Etwas schwimmen, grosses Frühstücksbuffet, und schon sind wir wieder bereit, die nächste Etappe in Angriff zu nehmen. Den Motor brauchen wir nur kurz, um zur Bucht hinauszufahren. Dann werden gleich wieder die Segel gehisst. Heute haben wir „nur“ 4 Bft. Nach der Windstärke von 5 – 6 von gestern ist das ja schon fast ein bisschen wenig, oder? Dafür können wir auf ein Reff verzichten und setzen alles, was wir haben. Kurz vor „Bükü Koyu“ packen wir die Segel zusammen und fahren hinein in den idyllischen „English Harbour“. Hier haben sich früher die englischen Kriegsschiffe versteckt.

Wir tasten uns vorsichtig tiefer in die Bucht vor. Der hinterste Teil bleibt uns allerdings verwehrt. Da hat der Präsident ein Haus und der will ungestört sein. Macht nichts, es gibt eine schöne Buschbeiz etwas weiter vorne mit einem Anlegesteg und Muring. Also alles paletti.

Da die Sprayhood ziemlich verschmiert ist, entschliessen sich unsere Putzteufel, dem Boot eine Reinigung mit Süsswasser zu verpassen. Gute Idee, aber vorher sollten alle Luken fest verschlossen sein! Nun, zum Glück ist es ja Sommer und der kleine Wassereinbruch bleibt ohne grosse Folgen. Schon wieder etwas gelernt.

Es folgt das übliche Prozedere: Tisch reservieren, baden, Nachtessen. Und schon ist ein weiterer Super Tag vorbei.

Tagesweg heute: 23 Meilen

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N 36° 56' E 28° 11'

BÜKÜ KOYU - KLEOPATRA-INSEL - KARACA (4. Tag)

June 16, 2009

Nach dem Abladen des „Çöp“, dem Baden und dem üppigen Frühstück heisst es wieder „Leinen los“. Es geht vorbei an der kleinen Meerjungfrau hinaus aufs Meer.

Es erwartet uns ein weiterer Sonnenschein-Tag. Nicht eine Wolke ist am Himmel zu sehen. Und auch der Wind aus NW mit 3 – 4 Bft ist genau nach unserem Gusto. Nach wenigen Meilen haben wir schon das erste Ziel erreicht, der Anker fällt in der geschützten Bucht. Einer bleibt zurück, die „Dolce“ zu bewachen, während die anderen das Dinghi bereit machen, um zur Insel „Sehir Adalari“ hinüberzusetzen. Aber das gibt es doch nicht: auf dieser Insel wird pro Person ein Eintritt von 10 Türkischen Liren verlangt. Da muss es schon etwas Besonderes zu entdecken geben. Und tatsächlich, nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir den einzigen Sandstrand weit und breit. Der steht unter strengem Naturschutz. Es ist bei einer hohen Geldstrafe verboten, Sand mitzunehmen. Den Korallensand hat Mark Anton für die Königin aus Ägypten vom Roten Meer herangeschafft und ihr als Hochzeitsgeschenk vor die Füsse geschüttet. Ein Bad in der Bucht (mit Sand unter den Füssen) dürfen wir zwar nehmen, aber den Strand betreten dürfen wir nicht. Die Securitas-Leute sind da unerbittlich.

Nach einem gemütlichen Zvieri heisst es wieder: Anker rauf und Segel hoch. Auch dieses Mal geht es nicht weit, bis wir in der Bucht von „Karaca“ einen Steg mit Muring erreichen. Vorerst steht das obligatorische Schwimmen auf dem Programm. Einige von uns wählen eine Route, die sie ganz nahe an der leibhaftigen „Kleopatra“ vorbeiführt. Dieses Bild passt perfekt zum heutigen Besuch am entsprechenden Strand.

Jetzt aber nichts wie los zum Nachtessen. Voller Vorfreude setzen wir uns an einen schönen Platz und warten auf den Kellner. Dieser spricht leider nur türkisch und bringt deshalb eine Dolmetscherin mit. Sie erklärt zuallererst, dass sie mit dem Restaurant nichts zu tun hat. Das kann ja heiter werden.

Endlich haben wir die Bestellung aufgegeben. Jetzt heisst es geduldig warten. Es dauert eine ganze Weile, bis wir eine Flasche Wasser erhalten. Noch eine ganze Weile, und wir erhalten sogar Gläser. Noch eine ganze Weile, und wir erhalten eine Flasche Wein (wir haben gerade die letzte dieser Marke erwischt, die nächste Flasche ist dann notgedrungen ein anderer Wein). Jetzt haben wir viel Zeit, den Restaurantbetrieb zu beobachten. Wir amüsieren uns köstlich, denn die Kellner sind völlig überfordert. Manchmal kommt ein Menu, manchmal eben nicht, und manchmal ist es sogar das Richtige. Nicht alle Gäste nehmen diese Situation so gelassen wie wir. Immer wieder platzt jemandem der Kragen und er geht in die Küche um lauthals zu reklamieren. Allerdings hilft das wenig und die armen Kellner werden nur noch mehr verwirrt. Trotzdem bringen sie es fertig, die Situation mit einem Lächeln zu bereinigen. Eigentlich kommen wir noch gut weg. Wir erhalten, was wir bestellt haben und auch nicht allzu spät. Und das, obwohl der Chef sich nicht ums Geschäft kümmert, sondern auf dem Sofa herumlungert und sich nur für das TV-Programm interessiert.

Am Essen selbst gibt es nichts auszusetzen, der Koch macht seine Arbeit gut. Bald haben wir Gesellschaft. Eine hungrige Katze schleicht um unsere Füsse herum. Der Angebetete brummt nur: „Sau-Çöp“ und gibt ihr einen kräftigen Schubs.

Wieder geht ein ereignisreicher, wundervoller Tag zu Ende. Wir gehen zeitig in die Koje, denn morgen haben wir eine längere und vor allem unbequeme Etappe vor uns. Es geht darum, den Golf auf dem Rückweg zu queren, und das bei Gegenwind. Bei der Schiffsübernahme wurde uns geraten, möglichst früh loszufahren, um den später immer grösser werdenden Wellen zuvorzukommen. Also – gute Nacht!

Tagesweg heute: 14 Meilen

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N 37° 00' E 27° 47'

KARACA – ÇÖKERTME (5. Tag)

June 17, 2009

Tatsächlich sind wir heute etwas früher bereit. Draussen erwartet uns nur wenig Wind, also alle Segel rauf. Später frischt der Wind auf und wir machen bei Sonnenschein und 4 Bft ganz schön Fahrt.

Doch was ist das, plötzlich sind wir in einem Flautenloch gelandet. Schon will der eine oder andere den Motor anwerfen, aber etwas Geduld sollte man schon haben. Und tatsächlich, nach einer Viertelstunde setzt der Wind wieder ein – und wie! Schnell sind 5 Bft erreicht, also sollten wir wenigstens die Genua etwas verkleinern. Toll, dieses Wetter, langsam wird es richtig kitschig. Wir stellen fest, dass die besten Bedingungen draussen herrschen, in Landnähe ist der Wind unbeständig und weniger stark. Die paar Wellen, die es hier gibt, stecken wir alten Seebären ohne weiteres weg. Statt Übelkeit herrscht helle Freude!

Etwas weiter voraus erkennen wir ein Segelboot, das offenbar den gleichen Kurs wie wir verfolgt. Jetzt packt uns der Sportsgeist. Werden wir diesen Konkurrenten einholen? Es wird an allen Ecken getrimmt, jeder bringt seine Ideen ein, die „Dolce“ noch einen Zehntel Knoten schneller zu machen. Der Steuermann gibt alles, jede Welle wird optimal ausgeritten.

 


Das macht Spass! Tatsächlich schaffen wir es, aufzuholen. Befriedigt stellen wir fest, dass wir nicht nur schneller sind, sondern auch höher am Wind segeln können. So kann das Rennen ja nur zu unseren Gunsten ausgehen. Bald sind wir bis auf ein paar Meter herangekommen, als wir realisieren, dass es sich um unsere Nachbarn von der letzten Nacht handelt.

Nur zu schnell erreichen wir unser Tagesziel, wieder die Bucht „Çökertme“. Dieses Mal gehen wir nicht zu „Captain Ibrahim“, sondern ins Restaurant daneben („Rose Mary“). Das Anlegen am Steg ist nicht ganz einfach, aber wir sind in der Zwischenzeit ja ein richtig gut eingespieltes Team, da können wir jede Situation meistern. Und zu unserem Entzücken stellen wir fest, dass die Bavaria von vorhin gleich neben uns anlegt. Unsere Nachbarn tragen die Niederlage von vorher mit Fassung. In aller Demut anerkennen sie, dass die Schweiz eine nicht zu unterschätzende Seglernation ist. Selbstverständlich wird sofort beschlossen, dass wir den Abend zusammen mit ihnen verbringen werden.

Andere Crews hatten offenbar weniger Glück. Die Schweden nebenan haben zwei grosse Risse im Rollgross. Jedoch, Hilfe naht. Das Reparaturteam ist schon zur Stelle. Es wird gleich fachgerecht an Land repariert. Dabei kommt auch eine Bernina-Nähmaschine zum Einsatz (ja, heute ist die Sternstunde der Schweiz). Kurze Zeit später ist das Segel wieder da, wo es hingehört. Bravo!

Jetzt müssen wir uns aber ums Nachtessen kümmern. Dazu müssen wir zuerst über den Steg zum Restaurant gehen. Das entpuppt sich beinahe als Zirkusnummer. Der Steg besteht nicht aus Holzbrettern, sondern aus Plastikkanistern. Und diese machen jede kleinste Wellenbewegung mit. Etwas Schwell und wir torkeln herum wie nach einer durchzechten Nacht. Macht nichts, der Chef macht uns ein Angebot, dem wir nicht widerstehen können: er zeigt uns einen frisch gefangenen Schwertfisch. Nun, das scheint eine gute Idee zu sein. Leider sind total 6 kg doch ein wenig viel, aber die Hälfte wäre schon ok. Kein Problem, der Fisch ist reserviert. Die Nachbarn von der Bavaria schliessen sich uns an, also kommt nochmals die Hälfte der zweiten Hälfte dazu. Um es kurz zu machen: das Essen war hervorragend und wir haben einen weiteren schönen Abend erlebt.

Heute hatten wir einen richtig heissen Tag (gefühlte 42 Grad). Oftmals hatten wir das Gefühl, dass der Föhn bläst. Und auch am Abend ist es immer noch mehr als lauwarm. Das bewegt einen Teil der Mannschaft dazu, das Nachtlager nicht in der Koje unten, sondern draussen im Cockpit unter freiem Himmel einzurichten. So lässt sich bestens schlafen, chrrrr…

Tagesweg heute: 32 Meilen

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N 37° 02' E 27° 25'

ÇÖKERTME - BODRUM (6. Tag)

June 18, 2009

Platsch! Der erste springt ins Wasser. Die anderen folgen hinterher – herrlich!

Und nach dem üblichen opulenten Frühstück verlassen wir diesen gastlichen Ort. Wir sind nicht die ersten, die ablegen und stellen fest, dass jedes Boot von den Angestellten des Restaurants mit grossem Getöse und Getute verabschiedet wird. Wirklich jedes? Nein, unsere Abreise bleibt ganz unauffällig und ruhig. Hat unser „Säckelmeister“ vielleicht zu wenig Trinkgeld gegeben?

Was solls, wir fahren wieder einem herrlichen Tag entgegen. Unser heutiges Ziel heisst „Stadthafen Bodrum“. Wie an allen vorhergehenden Tagen ist am Morgen noch nicht viel los, aber später haben wir wieder bis zu 5 Bft. In Landnähe ist es ziemlich böig und der Wind dreht von SW bis nach NE. Wir nehmen die Herausforderung an und freuen uns, dass wir bei diesen schwierigen Bedingungen bestens klar kommen. Wir sind sogar schneller als ein „Gulet“, juhui!

Am frühen Nachmittag nähern wir uns „Bodrum“. Vorgelagert ist eine grössere Insel („Karaada“)

 und für uns stellt sich die Frage, ob wir

a)      den längeren Weg links aussen rum oder

b)      die Abkürzung rechts durch die Passage

nehmen wollen. Jemand setzt sich vehement für b) ein, die anderen sind noch unentschlossen. An so einem schönen Tag sollte man doch den Wind ausnützen, wir sind doch schliesslich zum Segeln hierher gekommen, das spricht für a). Der Promotor von b) mobilisiert all seine Überredungskünste und verspricht, dass b) viel interessanter ist, es gäbe da Delfine, wir könnten wegen dem Düseneffekt von einem fantastischen Wind profitieren und überhaupt, die Variante a) ist ja sowieso nur für Warmduscher, echte Männer wählen auf jeden Fall die Variante b). Es dauert eine Weile, bis sich alle entschieden haben und sich somit eine knappe Mehrheit gebildet hat. Also: aussen rum! Die Verfechter von b) nehmen die Niederlage gelassen hin und geniessen das Segeln genauso wie alle anderen. Wir kommen immer noch genug früh an unser Ziel.

Am Quai empfängt uns ein freundlicher Mitarbeiter, der uns informiert über den Hafen und die Stadt „Bodrum“. Der Platz ist ganz super hier, wir sind nur ein paar wenige Meter von der Dusche weg – perfekt.

Zuerst müssen noch einige Formalitäten erledigt werden. Doch dann heisst es endlich: rein in den Swimming Pool. Dieser ist auf der Terrasse bei der Hafeneinfahrt mit einer fantastischen Aussicht auf den Hafen und die Stadt. Genau richtig bei diesen Temperaturen. Die Sauna und den Fitnessraum lassen wir schnöde links liegen.

Dann sind wir bereit für einen kleinen Stadtbummel. Wie wäre es heute einmal mit Kebap? Man kann doch nicht Ferien in der Türkei machen, ohne dass man mindestens einmal dieses Gericht genossen hat, oder? An einer Ecke gibt sich ein Schlepper viel Mühe, uns ins Restaurant hereinzulotsen. Wir finden, so viel Einsatz muss belohnt werden und nehmen Platz. Wir haben Glück gehabt, es gibt eine riesige und gute Portion mit Bier und Wein. Wir fressen uns toll und voll.

Da es immer noch sehr warm ist, gesellt sich ein weiteres Mannschaftsmitglied zum open air Schlafzimmer. Ein Platz auf dem Vordeck ist noch frei. Zum Glück gibt es Anti Brumm. Das können wir in dieser Nacht gut gebrauchen.

Tagesweg heute: 26 Meilen

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N 37° 00' E 27° 15'

BODRUM - TURGUTREIS (7. Tag)

June 19, 2009

Die letzte Etappe zurück nach „Turgutreis“ steht an.

Gleich nach der Hafenausfahrt werden wieder die Segel gehisst und wir nehmen bei 2 Bft langsam Fahrt auf. Und schon steht wieder die Insel „Karaada“ vor uns. Da wir bereits sehr früh unterwegs sind, entschliessen wir uns, heute die Variante b) zu wählen. Das heisst zwar, ein nicht unerheblicher Umweg liegt vor uns, aber dafür können wir den Unterlegenen von gestern eine Freude machen. Trotzdem, Delfine sind keine zu sehen und der Düseneffekt ist auch nicht so wie erwartet. Dafür können wir endlich den „Schmetterling“ machen. Jetzt haben wir wirklich das ganze Programm durchgespielt.

Wie immer gegen Mittag frischt der Wind auf und bald erreichen wir 6 Bft. Da er aus Westen kommt und wir genau dahin wollen, müssen wir aufkreuzen. Mit gerefften Segeln und hohem Wellengang ist das eine echte Geduldsprobe. Bald stellen wir fest, dass wir wohl nicht wie gewünscht vor 16 Uhr an unserem Bestimmungsort ankommen werden. Also müssen wir schweren Herzens doch noch den Motor in Anspruch nehmen. Schade, aber die Zusatzschlaufe um die Insel war doch etwas zu viel.

Wir werden wieder von der gleichen Dame empfangen, die uns vor einer Woche verabschiedet hat. Und das erste, was sie macht, ist den Motor checken. Da ruft sie so laut, dass man es in der ganzen Marina hören kann: „Was, ihr habt nur 7 Motorstunden verbraucht? Das ist Rekord, so etwas habe ich noch nie erlebt!“ Sie unterstellt uns sogar lachend, dass wir nur gerade zur kleinen Insel vor dem Hafen gefahren sind und uns da eine Woche lang versteckt haben. Dann müssen wir noch etwas beichten: wir haben ein Glas zerschlagen. Und wieder ein erstaunter Ausruf: „Was, das ist alles, ihr habt während dieser Woche nur ein Glas zerschlagen? Unglaublich!“

Für das Nachtessen finden wir ein elegantes Restaurant. Wir dinieren auf der Terrasse, können aber leider nicht alles verspeisen, was auf den Teller kommt. Nach der grossen Kebap-Portion von gestern hatten wir am Nachmittag im Hafen auch noch die letzten Reste der Bordküche verspeist. Und irgendwann einmal ist der Magen dann halt einfach voll.

Auf dem Weg zurück zum Boot kommen wir an einer interessanten Bar vorbei. Da können wir nicht widerstehen, da müssen wir hinein. Wir bestellen eine Stange Bier. Aber das ist nicht nur eine Stange, wie wir sie bei uns kennen, nein, es ist eine richtige Zapfsäule, die auf den Tisch gestellt wird. Dieser Abend wird noch lustig…

Tagesweg heute: 35 Meilen

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N 37° 00' E 27° 15'

TURGUTREIS - ZÜRICH (8. Tag)

June 20, 2009

Am Morgen sind wir gespannt, ob diesmal der bestellte Taxiservice funktioniert. Aber ja doch, wer hat denn hier gezweifelt?

Am Flughafen ist sehr viel Betrieb. Der freundliche Angestellte hinter dem Pult macht eine beiläufige Bemerkung, nachdem er unsere 6 Pässe erhalten hat: „Keine Frauen dabei?“ Unsere Antwort: „No woman, no cry“. Das hat er dann verstanden.

Andere Segler auf dem Rückflug erzählten – für uns völlig unverständlich – dass sie noch nie so viel Diesel verbraucht haben wie in dieser Woche. Wie konnte denn das gehen?

 

Für uns war es ein Super Törn! Im Logbuch sind nur Sonnensymbole eingetragen. Jeden Tag fantastisches Segeln mit Wind zwischen 4 und 6 Bft.

Die Zahlen sprechen für sich: Motor 25 sm / Segel 137 sm / Total 162 Seemeilen

Und trotzdem kam das Baden, das gemütliche Beisammensein sowie das gute Essen und Trinken nicht zu kurz.

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