Schottland, Whisky und Meer

N 52° 42' E 05° 18'

Der Kreis schließt sich

August 19, 2009

Um 10:00 sind wir am 28.6.09 aus unserem Heimathafen mit Nordkurs ausgelaufen. Jetzt am 19.8.09 um 15:00 laufen wir aus Süden kommend wieder ein, der Kreis hat sich geschlossen. Die letzte Wache ist vorüber, unsere Sya liegt wieder gut vertäut in Ihrer Box P11 im Compagnieshaven in Enkhuizen. Helmut und ich haben es geschafft. Und das wahrlich im doppelten Sinne. Zum einen haben wir die Sya nach 53 Tagen auf See wieder heil in den Heimathafen zurückbefördert, zum anderen haben wir trotz unterschiedlicher Standpunkte und Meinungen den Törn mit Anstand zu Ende gebracht. Sicher – eine Frage der Ehre, aber trotzdem.

Fast hätten wir die letzte Etappe verschlafen, der Wecker war falsch gestellt. Trotzdem verlassen wir pünktlich um 6:00 die Sea Port Marina und müssen erst mal in den Noordzeekanaal schleusen. Mühsam quält sich die Sonne durch den Dunst nach oben und wir uns durch den Kanal Richtung Amsterdam. Um 9:05 haben wir die Stadtmitte erreicht, jetzt ist es nur noch ein Klacks bis zur Oranjesluiz. In der Schleuse macht ein junges Holländerpärchen bei uns fest, offensichtlich auch auf Langfahrt. Ich frage wo sie herkommen. Er macht mit dem Finger einen Kreis in die Luft und zeigt eine 2. Aha denke ich, genau wie wir: 2 Monate rund Schottland. Es waren aber dann doch 2 Jahre rund um die Welt. Es bleibt keine Zeit für Neid, die Schleuse öffnet und schon sind wir im Markermeer. Ein wenig Wind von Achtern hebt den Fahrtwind auf, an Bord herrscht Windstille. Sprayhood runter Bimini rauf, wenigstens entgehen wir so der Sonne. Das wissen auch die gefürchteten Markermeerfliegen zu schätzen und kommen wie erwartet zu Dutzenden an Bord. Drei Stunden quälen wir uns mit der Plage ab bis wir endlich das Naviduct von Enkhuizen erreichen. Es steht mir zu die letzten Meter in den Hafen zu steuern. Wenn auch keine überschwängliche Begrüßung, so kennt man uns wenigstens noch und registriert unsere Rückkehr (hatten wir aber telefonisch auch angekündigt um in jedem Fall eine freie Box vorzufinden). Diesel und Gas bunkern dann geht’s zu unserem Liegeplatz. Um 15:30 haben wir alles vertäut. Heute Abend gibt es ein Festessen in der Mastenbar, der eine oder andere Schluck Wein auf das Törnende wird sicherlich auch dabei sein. Morgen dann erst mal das ganze Salz von Bord spülen, ein kräftiger Regen wäre jetzt schön. Dann noch schnell das Schiff aufgeklart und die Klamotten gepackt. Am Nachmittag kommt dann wohl der gefährlichste Part der ganzen Reise: Die Rückfahrt mit dem Auto nach Düsseldorf.

Übrigens: Ein post wird noch folgen, also dranbleiben.

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