Schottland, Whisky und Meer
Cowes, das Mekka für Segler
August 13, 2009
Nachtrag für Weymouth: Weymouth und die angrenzende große Bucht des Portland Harbour sind die Austragungsstätten der Segler bei der Olympiade 2012 in England. Eine neue große Marina ist immerhin schon im Bau.
Wir sind im Solent, mitten im Herzen des englischen Segelsports. Jeder von Rang und Namen war schon hier. Wir jetzt auch. Hier ist das Zentrum des Segellebens und hat seinen Höhepunkt mit der Cowes-Week, die wir geplanter Weise verpasst haben. Aber auch den Rummel um den Start des diesjährigen Fastnet Races haben wir knapp versäumt. Hier gibt es nur noch die Aufräumarbeiten zu sehen, Großraumzelte die abgebaut werden, Unmengen von Bierfässern und sonstigen Überresten.. Aber da war ja noch die Anreise
11.8.09: Morgens aufstehen, duschen kann man auch in Cowes, und raus. Segelsetzen, dann übernimmt Helmut die erste Wache und ich soll mich für 2 Stunden noch mal hinlegen. Kaum unter Deck kommt die Frage: Können wir noch schnell ein Segelkommando machen? Eine halbe Stunde später haben wir so ziemlich alles ausprobiert und sind genauso klug wie am Anfang. Der Wind ist sowieso zu schwach, die berechneten 3 Stunden bis Sain’t Alban’s Head sind so nicht zu halten. Nicht schon wieder gegen die Strömung, also Motor an. Ich lege mich hin und wechsele Helmut nach 2 Stunden ab. Am Kap sind wir wie geplant bei Slackwater (Tidenstillstand ohne Wasserturbulenzen) und können dicht unter Land passieren. Ein paar Meilen geht es ohne Motor und die Flut fängt an uns zusätzlich zu schieben. Aber der Wind überlegt es sich wieder und geht auch noch mal schlafen. Also wieder Motor an. Ab Einfahrt in das Fahrwasser des West Solent nimmt der Strom richtig zu. Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort und werden mit zusätzlichen 3,5kn Fahrt belohnt. So passieren wir die imposante Befestigungsanlage beim Hurst Point, dann weiter an Yarmouth und Lymington vorbei zur Nordspitze der Isle of Wight. Kaum haben wir die Abzweigung nach Southampton hinter uns gelassen haben wir um 12:00 auch schon Cowes erreicht. Wir fahren einmal den River Medina abwärts und schauen uns alle Liegemöglichkeiten vom Wasser aus an. Vorsicht ist beim passieren der Kettenfähre über den Fluss angesagt, sie fährt unverhofft los und eine gespannte Kette am Kiel ist bestimmt auch kein Vergnügen. Die Stadt macht schon vom Wasser einen interessanten und lebhaften Eindruck, die Zahl der Boote in den Marinas ist jedoch bei weitem geringer als wir befürchtet hatten. Wir entscheiden uns für die Cowes Marina mitten im Zentrum der Stadt und bekommen auch problemlos einen Liegeplatz zugewiesen. Mit 25 Pfund ist der Preis auch sehr moderat, wir sind angenehm überrascht. So früh angekommen bietet sich ein Mittagsschläfchen an, besonders weil plötzlich der Sommer ausbricht und man am besten im Schatten die Hitzewelle verdöst. Als ich wieder aufwache ist Helmut schon zur ersten Stadterkundung aufgebrochen. Dann erst mal duschen und …. rasieren, hatte ich bei der langen Überfahrt wohl irgendwie vergessen. Später am Abend wird die Marina dann doch noch voller, es dominieren hier vor allem die Holländer. Wir gehen indisch Essen und werden sehr aufmerksam bedient. Den Wein zum Essen besorgt man uns vom benachbarten Supermarkt und wir dürfen ihn dann im Restaurant verzehren. Andere Gäste kennen das wohl schon und bringen Ihre Weinflaschen in Plastiktüten direkt mit. Man lernt nie aus. Spät wird es nicht, das Etappenschlafen ersetzt doch keinen Tiefschlaf und so sind wir für unsere Verhältnisse zeitig im Bett.
12.8.09: Heute mache ich Bürotag. Helmut fährt mit Bus und Fähre nach Portsmouth und besichtigt dort einige Museumsschiffe. Ich lege gleich los und lade erst mal alles notwendige von unserem Server. Das bezahlte WiFi gibt es hier zwar auch nicht, aber das Fastnet Race beschert mir einen kostenlosen Netzzugang. Mittags wird dann meine Befürchtung wahr: Mit Abschluss der Aufräumarbeiten wird auch das Netz eingestellt. Die letzten Dateien versende ich nachmittags in einem Cafe, wo man bei Verzehr (Kaffe für 1,20 Pfund) das hauseigene Netzwerk nutzen kann. Na also, geht doch. Dort werde ich dann morgen auch frühstücken und die letzten Dateien auf den Weg bringen. Als Helmut zurück kommt, beschließen wir das Bordessen auf morgen zu verschieben und gehen statt dessen noch einmal aus. Ziel ist ein kleiner Portugiese im der benachbarten Marina. Eine gute Wahl. Der gegrillte Fisch, den wir bestellen, schmeckt ausgezeichnet. Danach noch einen Absacker im „The Duke of Yorck“. Mir reichts für heute, ich gehe schon vor an Bord und falle auch bald in meine Koje. Wie ich am nächsten Morgen feststellen kann, hat auch Helmut irgendwann das Schiff wiedergefunden.
13.8.09: Morgens schnell ins Cafe, frühstücken und die letzten Büroarbeiten für heute erledigen. Dann ein Rundschlag im örtlichen CooP. Tolle Auswahl, wie überhaupt die Lidl’s, Aldis und CooP’s in Irland und England uns doch sehr vertraut erscheinen. Gleiches Sortiment, gleiche Aufteilung nur die Etiketten sind in englischer Sprache. Danach trennen wir uns wieder. Helmut hat Cowes schon erlaufen, Ihn zieht es mit dem Bus aufs Land. Ich starte also meine Stadterkundung alleine. Erst mit der Kettenfähre nach East Cowes, dann zurück und einmal durchs Zentrum bis zum Starthafen des Fastnet Races. Geschäfte aller Art, vom Trödler bis zum Juwelier, Restaurants vom Fisch and Chips bis zum Sternelokal und jede Menge Pups und natürlich alle Segelclubs liegen in friedlicher Eintracht nebeneinander. Ein urbanes, buntes Bild in das sich Touristen und die Segler aus allen Nationen nahtlos einpassen. Ja, man sollte als Segler schon einmal hier gewesen sein. Doch 2 Hafentage reichen auch. Heute kocht Helmut an Bord, dann noch einmal die nächsten Törndaten abgleichen und morgen früh geht’s dann weiter. Noch 5 Häfen anlaufen, dann sollten wir zurück in Enkhuizen sein. Zumindest bei mit stellt sich immer mehr eine mächtige Vorfreude auf Zuhause ein. Auf meine Frau Iris, die ‚Jungs’ Gonzo und Conrad und auf Familie und Freunde.
Schatz, es dauert nicht mehr lange, dann bin ich zurück.

iribo August 13, 2009 at 10:50 PM
Hallo mein lieber Schatz, jetzt habe ich doch glatt ein Tränchen im Auge…… Ich freue mich auch wahnsinnig auf dich!!! Die Jungens werden sicherlich ausflippen vor Freude…. als ich heute in der Werkstatt war, haben sie dich überall gesucht….
Junge komm bald wieder……….
Please sign-in to post a comment.
If you are not yet registered please Register Now.