Dänische Südsee Juni 09

Start in Flensburg

May 30, 2009

Treffpunkt war Sonnabend morgen in Flensburg Sonvik. Das Wetter war auf unserer Seite, deshalb waren wir alle guter Dinge, als wir im Hafen ankamen und einen ersten Blick auf die Schiffe werfen konnten. Wir wurden sofort vom Vercharterer empfangen und zum Schiff begleitet. Da wir früh dran waren, ging es recht zügig los mit den Einschecken und Verladen unserer Ausrüstung. Das klappte alles hervorragend, schnell unf freundlich. Das Schiff gefiel allen und war gut ausgestattet. Also kurz die erste Einweisung gemacht und ab – alle waren heiß auf’s Ablegen. Start unseres Herrentörns 2009 mit 6 Leuten.

Der Wind kam uns natürlich in der Förde entgegen, also fingen wir mit einem Kreuzkurs an. Bei bestem Wetter Richtung Sonderburg. Es war richtig Betrieb inklusive kleinem Regattafeld. Aber wir haben ja Urlaub, also genossen wir jeden Schlag und jedes Manöver. Es lief schon ganz rund. Am späten Nachmittag liefen wir mit einigen Traditionsseglern in den Sonderborger Hafen. Dort waren die beliebten Plätze an der Promenade schon mit diversen Päckchen belegt. Und eins davon haben wir halt noch erweitert. Es folgte der erste Abend mit herrlichem Sonnenuntergang und einem Tröpfchen Bushmill Selected Cask (ist ein Insider…).

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durch den Alsensund

May 31, 2009

Am nächsten Tag ging es dann rechtzeitig wieder los – aus zwei Gründen. Wie immer, wenn man im Päckchen liegt, möchte eines der inneren Boote unbedingt ganz früh los (das Argument kommt ja meistens schon beim Versuch, am Päckchen anzulegen). Außerdem haben die immer noch im Bau befindlichen Sanitäranlagen im Sonderburger Stadthafen die “Durchgangszeiten” eher beschleunigt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Wir konnten jedenfalls um kurz nach 9.00 Uhr durch die Brücke in den Alsensund laufen. Diese Tour ist immer wieder ein Genuß mit leichtem Wind, anderen Schiffen und dem schönen Ufer in Sichtweite. Bei bestem Wetter gabs dann ein zweites Frühstück und Sonnenbrand. Wir hatten uns vorgenommen, in die Dyvig-Bucht zu laufen, trotz der Ankündigung, dass dort viel gebaut wird und die sonst dort vorherrschende Ruhe gestört ist.

Aber schließlich war Wochenende, und da wird auch in Dänemark nicht gebaut. Die Bucht war wie immer gut besucht, aber wir fanden mit unserem Dickschiff (jetzt weiß ich, warum die so genannt werden) noch einen Parkplatz, in den wir uns langsam rückwärts reinpressen konnten. Die Bauarbeiten auf der Nordseite sind schon recht weit fortgeschritten. Nur die Stromversorgung am Steg war noch die Alte, was bei der Belegung zwangsläufig zu kurzfristigen Stromunterbrechungen führte. Das ging so lange, bis ein Fachmann den “Kabelsalat” neu ordnete und wohl auch den einen oder anderen Schütz auswechselte.

Wir gingen derweil auf die Suche nach dem neuen Standort des Hafenkiosks, der seid dieser Saison umgezogen ist. Das Schild im Fenster weist einen Weg ins nächste Dorf, nach Holm, etwa 1 km entfernt. Also los, ein kühles Schlückchen musste sein. Wir fanden diesen einladenen Dyvig-Kiosken natürlich auch, der übrigens von einem deutschen Ehepaar betrieben wird. So kamen wir dann auch schnell ins Gespräch über die Bucht, den Umzug und Dänemark allgemein. Dazu gesellte sich noch ein weiterer Deutscher, der seit langer Zeit in Dänemark lebt und arbeitet. Das wurde ein sehr amüsanter und interessanter Nachmittag an einem schattigen Plätzchen in einem kleinen Dorf – sehr empfehlenswert.

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N 54° 49' E 09° 27'

Svendborg

June 01, 2009

Am dritten Tag ging es in Richtung Svendborg. Nördlich von Als hatten wir dicht unter Land den ersten Kontakt mit Tümmlern, Schweinswalen oder wie sie auch immer genannt werden. Wir waren ein willkommenes Spielzeug für den flinken Schwimmer, der sich fast 10 Minuten mit unserem Schiff die Zeit vertrieb. Später konnten wir noch einige kleine Gruppen von Rückenflossen beobachten.

Da die Wetterlage insgesamt beständig war, war es eine ruhige Fahrt nach Fünen in den Svendborgsund. Auch gilt das Gleiche wie für die Fahrt durch den Alsensund – einfach nur ein schöner Törn. Ziel war der Stadthafen von Svenborg. Auch hier wird zur Zeit gebaut. Die Steganlagen werden erweitert und sind dann auch für große Yachten geeignet.

Beim Einfahren und Anlegen sollte man unbedingt auf die aktuellen Strömungsverhältnisse achten. Die ändern sich nicht nur im Sund, sondern auch direkt im Hafenbereich, weil das Wasser dort durchfliessen kann und nicht gestaut wird. Der Strom kann dort durchaus heftig sein und das Schiff im Manöver entsprechend versetzen.

Das Sanitärgebäude ist schon modernisiert und rundum gelungen. Die Sanitäranlagen sind top, es gibt einen Aufenthaltsraum mit Internet-PC’s, und selbst von Bord ist das Internet erreichbar. Die Hafengebühr wird am Automaten gezahlt. Dort gibts dann eine Karte, die gleichzeitig “Schlüssel” für Duschen und Toiletten ist und den Strom am Anleger freischaltet. Zuviel gebuchte Stromzahlungen gibts am Ende zuirück – klappt super.

Svendborg selbst ist unbedingt eine Reise wert. Nicht weit weg gibts einen kleinen Oldtimerhafen, und die Innenstadt lädt zu einem Bummel ein, um mal wieder ein paar Schritte laufen zu können – was unser Skipper völlig überflüssig fand.

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N 54° 49' E 09° 27'

Lundeborg

June 02, 2009

Der kleine Hafen Lundeborg hat uns wieder angelockt. Petrus hat die Sonne gegen etwas mehr Wind und kleinere Schauer eingetauscht. Das merkten wir zuerst noch im Svendborgsund, weil dort der Wind, wenn er denn weht, als knackige Böen über das Ufer aufs Wasser treffen und für mehr Aktivität an Bord als an den Vortagen sorgte. Die Segel wurden mehr oder weiniger aus der Hand gefahren, weil sowohl der Wind als auch das Fahrwasser ständig die Richtung wechseln. Wenn man dort erstmal raus ist und Richtung Langeland segelt, wird der Wind wieder beständiger. Es ging also mit leichtem Druck im Tuch nach Norden. Und der Druck erhöhte sich noch etwas, so dass wir eine Zeit lang mit einigem Speed raumshots nach Lundeborg segeln konnten. Achterlicher Wind 5-6 Bft, freies Wasser, kaum Welle – we are sailing!

Lundeborg selbst ist ein kleiner ruhiger Ort. Die Liegeplätze sind eher für kleiner Schiffe geeigent. Nur am augebauten vorderen runden Hafenbecken können 4-5 größere Yachten festmachen. Aber gemütlich ist es. Und selbst dort gibts mittlerweile einen Internet-PC, wo es u.a. natürlich den aktuellen Wetterbericht gibt. Aber das Teil muss man erstmal finden. Der Raum ist an der Stirnseite des Gebäudes am Fischereihafenbecken; das Ende, was nach Langeland zeigt.

Hier war wieder grillen angesagt. Kulinarisch sind unsere Törns immer echt bemerkenswert. Auch wenn die Frühstückseier schon mal zweimal gekocht werden. Im Törnplan ist neben der Wacheinteilung auch immer ein Backschafter eingeteilt, der für einen Tag für die “all inklusive-Versorgung” zuständig ist. Natürlich fassen die Anderen immer mit an, so dass auch dieser Grillabend mit allem drum und dran (diesmal mit gegrillten Honigbananen mit Schokokeksbrösel) ein Genuß war. Das Highlight kam dann mitten in der Nacht, als Steve Wonder mit “Happy Birthday” den Geburtstag von Ralf ankündigte. Es gab dann natürlich noch eine kleine (schottische) Geburtstagsparty. Dabei ist es durchaus von Vorteil, wenn man nicht einer Box mit direkten Nachbarn liegt…

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N 54° 49' E 09° 27'

Richtung Marstal

June 03, 2009

Der Wind hat über Nacht auf nördliche Richtung gedreht. Das passte uns gut, denn wir wollten durch die Rudköbing-Rinne nach Marstal fahren. Bis zur betonnten Einfahrt konnten wir also gut segeln. Unter der Brücke durch gings unter Motor, bis das enge Fahrwasser aufhörte und wir wieder unter Segeln Richtung Marstal abdrehen konnten.

Wir mussten auch an diesem Tag hin und wieder die Segelpelle an- und ausziehen, weil es immer wieder kleine Schauer gab. Aber alles im grünen Bereich – Wassersport eben. Wir gingen ins 1. Reff, weil es vor Marstal zwischen den flachen Inseln nochmal etwas ruppig wurde unter den dunklen Schauerwolken, was bei der gut betonnten Anfahrt aber kein Problem darstellte. Uns zog es auch hier an die lange Hafenmauer noch vor dem Dock.

In Marstal gab es endlich, am 5. Tag(!), das erste Hot Dog. Daran müssen wir noch arbeiten. Bei dem Stadtrundgang haben wir aber ein kleines Juwel entdeckt, nämlich des Seefahrtsmuseum von Marstal. Ein kurzer Blick reichte und es herrschte Einigkeit in der Crew. Da mussten wir rein. Da für den nächsten Tag die “Rückfahrt” nach Sonderborg geplant war, was ja eigentlich ein überschaubarer Schlag ist (eigentlich….), planten wir den Museumsbesuch für den nächsten Vormittag ein.

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Ritt nach Sonderborg

June 04, 2009

Wie gesagt, eigentlich kein Problem, von Aerö nach Sonderborg zu segeln. Es fing recht flott 4-5 Bft. kurz hinter Marstal an. Also 1. Reff eingebunden. Nach einer halben Stunde wurden die Böen stärker, so dass wir ins 2. Reff gingen. Und so ging es weiter. Wir fuhren zielstrebig auf eine imposante Böenwalze zu, und der Windmesser bestätigte unsere Vorhersage. Also holten wir die Segel ein. Kurz darauf hatten wir bis zu 32 Knoten gegenan, mit der entsprechenden Welle.

Dieser wilde Ritt dauerte dann fast 5 Stunden, denn der direkte Weg war nicht mehr möglich. Es galt, einen etwas Material schonenderen Kurs schräg zur Welle zu finden, damit wir mit aufrechtem Mast in Sonderborg ankommen.

Kurz vor dem Ziel konnten wir dann doch noch wieder die Segel setzen. Und weil es wohl irgendwie dazu gehört, kam kurz vor Sonderborg dann der Ruf “Mütze über Bord”. Also haben wir noch ein paar Kringel gedreht. Ein paar mehr, denn die erste Bergung war so schwungvoll, dass das nasse Ding gleich auf der anderen Seite wieder über Bord ging. Zum Glück war das Käppi rot! Irgendwann hatten wir es dann geschafft. Mütze an Bord, Fender raus und festmachen in Sonderborg. Diesmal war es aber recht frisch hier. Lange haben wir es an diesem Abend in der Plicht nicht ausgehalten.

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letzter Schlag nach Flensburg

June 05, 2009

Schon war die Woche wieder um und wir mussten zurück zur Charterbasis nach Flensburg. Wir konnten noch gute 10 nm segeln, bevor die Förde zu zwang, gegen den Wind zu steuern. Also Segel runter und unter Motor die letzten Meilen dieses Törns einsammeln. Wir trauten unseren Augen nicht, als es kurz vor dem Hafen anfing zu Hageln (am 5. Juni!).

Die letzten Stunden eines Törns sind eigentlich immer gleich. In das Durcheinander im Basishafen einfädeln, beim Vercharterer wieder zurückmelden, Sachen packen und den Törn kurz nochmal Revue passieren lassen.

Alle waren sich einig, der Herrentörn 2009 war rundum gelungen und hat viel Spaß gemacht. Alle warten auf eine Fortsetzung in 2010.

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