Türkeitörn 2007 (Another Day - Another Bay)

N 36° 49' E 28° 33'

10.Tag, Dienstag, 12.06.2007: Ekincik Limani -> Aga Limani

June 12, 2007

Weiter geht’s. Eine unruhige Nacht liegt hinter uns. Wir frühstücken und lichten den Anker. Wir möchten in der westlichen Ausbuchtung von Ekincik Limani noch etwas baden und schnorcheln. Wir Ankern und legen eine Landfeste zu einem Baum aus. Um 11:15 geht es dann los. Unser heutiges Tagesziel, die Drachenbucht liegt fast schon wieder im Golf von Fehtiye. Wir haben eine moderaten Halbwindkurs von 3 bis 5 Bft. Zeit, auch mal ein paar Mann-über-Bord-Manöver unter Segeln zu üben.
Das Interesse bei den Mädels ist groß. Der Fender geht über Bord. Ebenso groß wie das Interesse ist auch der Erfolg.
Abgesehen von 1-2 Fehlanläufen bekommen wir den Fender bequem wieder an Deck – und das trotz recht starkem Wellengang. Gut gemacht, Mädels !!
Aber eben aufgrund der Welle (1,5 m), die sich wohl über Nacht aufgebaut hat, rebelliert Marikas Magen.
Gegen 16:00 erreichen wir die südwestlichste Spitze vom Golf von Fethiye, und somit Landabdeckung. Obwohl der Wind immer noch heftig bläst, sind die Wellen mittlerweile verschwunden. Marika bekommt wieder Farbe ins Gesicht. Alles wird gut. Wir laufen in den südwestlichen Teil der Drachenbucht.
Das Manöver mit der Landleine dauert viel zu lange. Die Mädels bekommen den schweren Festmacher nicht um den großen Stein geknotet. Währeddessen driftet die "Bjarne", die bereits vor Anker liegt und im Rückwärtsgang nach Luv steuert, aufgrund des Seitenwindes gegen ein beachbartes Boot in Lee. Endlich ! Der Knoten hält, dank eines beherzten Gullet-Matrosen der in unserer Nähe liegt. Wir könnem die Heckleine über die Winsch legen und uns wieder Richtung Luv kurbeln. Geschafft !
Wir besprechen die Taktik dieses Manövers und kommen überein, beim nächsten Mal erst die Landleine mit Hilfe des Dingis an Land festzumachen, dann den Anker zu werfen, und dann die Landleine an Bord zu bringen. Nun, Segeln ist ein fortlaufender Lernprozess.

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N 36° 49' E 28° 33'

11.Tag, Mittwoch, 13.06.2007: Aga Limani -> Atbükü

June 13, 2007

Wir wollen heute zunächst einmal Göcek anlaufen. Wir brauchen noch einige Lebensmittel, Frischwasser und Trinkwasser und mal wieder ein Stückchen "Zivilisation".
Wir gehen an den Anlger der Gemeindemarina und zahlen hierfür eine kleine Parkgebühr.
Göcek ist ein kleiner beschaulicher Ort, der hauptsächlich vom Yachttourismus dominiert wird. Da wir heute morgen nicht gefrühstückt haben, lautet unsere erste Mission: "Nahrung aufnehmen !"
Zwischen den ganzen Touri-Lokalen finden wir auch ein Restaurant, in dem nur Einheimische sitzen. Wir bekommen gerade noch den letzten Tisch. Ein kleines Menue für rund 2,50 Euro wird uns serviert. Da kann man nicht meckern.
Weiter geht’s durch den Ort. Die Mädels kaufen nach guter türkischer Tradition Kopftücher (siehe Crewfoto).
Zu guter letzt werden die Vorräte (irgendwelche Lebensmittel, aber hauptsächlich Bier, Wein und Raki) wieder aufgefüllt. Planmäßig legen wir um 15:27 wieder ab. Nach einem kleinen Umweg suchen wir uns die Bucht namens Atbükü aus. Sie ist sehr geschützt, sehr idyllisch und ausser uns Ankern hier nur noch 3 weitere Yachten.
Diesmal führen wir das Manöver mit der Landleine so aus, wie wir uns am voherigen Abend überlegt haben.
Die Mädels steigen in das Dingi uns paddeln zum Ufer, um die Landleine an einem vorher ausgewählten Baum zu befestigen. Soblad die Leine fest ist, lässt Daniel den Anker auf ca. 12 Meter Tiefe runter. Wir stecken fast 50 Meter Kette. Der Anker packt. Das Dingi ist mittlerweile am Heck der Bjarne, sodass wir die Landfeste sofort belegen können. Perfekt !
Nach dem Anlegeschluck ziehen wir Marika mit dem Bootsmannstuhl in den Mast. Weiter als bis zu ersten Saling möchte sie nicht.
Wir gestalten einen kulinarischen Abend an Bord – mit reichlich Alkohol.
Marika haben wir natürlich vorher wieder aus dem Mast geholt.

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N 36° 49' E 28° 33'

12.Tag, Donnerstag, 14.06.2007: Atbükü-> Boynuz Bükü

June 14, 2007

Ich bin mal wieder als erster an Deck und genieße die morgendliche Stille die mich umgibt. Während ich so vor mich hin seniere, reißt mich ein intervallartiges Plätschern und ein furchtbarer Gestank aus meinen Gedanken. Scheiße !
Jemand ist auf der Bordtoilette und pumpt in den mittlerweile (schon wieder vollen) Fäkalientank, sodass des Seglers Ausscheidungen aus dem Überlauf strömen. Solche unschönen Handlungen können in der Türkei teuer werden. Ich brülle ein lautes "Stop" nach unten. Das Pumpen hört auf und ich habe wahrscheinlich dabei die ganze Bucht geweckt.
Marika kommt mit bleichem Gesicht und gekrümmten Oberkörper vom Klo. Ohje ! Magenkrämpfe und Durchfall. Keiner weiß, woher das plötzlich kommen könnte.
Nun, ich gebe sofort das Komando zum Aufbruch, da wir den Tank dringend außerhalb der Bucht entleeren müssen.
Dummerweise haben wir uns mit einer anderen Ankerkette verhakt. Das Problem wird schnell gelöst und wir verschwinden aus der Bucht. Da Marika nicht zum Arzt oder zur Apotheke will, fahren wir zunächst in die Quellenbucht. Auf dem Weg dorthin kreuzt ein einsamer Delfin unseren Weg.
Wir verweilen fast 4 Stunden in der Bucht, schorcheln, relaxen, ein bisschen was essen. Marika geht es immer noch nicht besser. Um 13:20 gehen wir Anker auf, um noch ein bisschen im Golf von Göcek zu segeln. Es herrschen mittlerweile nur noch knappe 3 Windstärken.
Um 17:25 machen wir in der Bucht Boynuz Bükü am Anleger des Restaurants fest. Es ist ziemlich voll hier.
Marika geht es mitlerweile wieder ganz gut.
Abends gehen wir in dem einfachen, aber absolut leckeren und idyllischen Restaurant essen. Wir können uns wirklich nicht beklagen !!!
Wir lassen den Abend an Bord mit geistreicher Unterhaltung und ebensolchen Getränken ausklingen.

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N 36° 38' E 29° 20'

13.Tag, Freitag, 15.06.2007: Boynuz Bükü-> Fethiye

June 15, 2007

Unser letzter Segeltag. Die Engländer, die neben uns lagen, sind trotz 50 Liter Spirituosen, die sie am Abend vorher zu sich genommen haben, erstaunlich früh wach und auch wieder fit.
Während Marika und Daniel sich noch im Tiefschlaf befinden, spaziere ich mit Katja ein bisschen durch die Bucht. Auf dem Rückweg nehmen wir uns ein frisch gebackenes Brot aus dem Steinofen des Restaurants mit.
Nach dem Frühstück legen wir um 11:35 ab, Kurs Fethiye. Ein letztes Mal ist der Wind uns wohlgesonnen. Ein schöner Halbwind mit 5 Bft begleitet uns bis zum Golf von Fethiye. Kurz vor dem Hafen bergen wir die Segel.
Bevor wir unsere Bjarne wieder an den Steg des Vercharteres legen, müssen wir noch volltanken. Wir drehen ein paar Wartescheleifen im Hafen, da es sich an der Tankstelle schon staut. Um 15:30 mache ich dann den letzten Eintrag ins Logbuch. Wir sind wieder an derselben Stelle, von der wir vor knapp zwei Wochen gestartet sind. Waren es wirklich schon zwei Wochen ?
Das Logbuch zu schließen, erfüllt mich immer mit etwas Wehmut. Wie in einem Film lasse ich die Bilder der vergangenen Tage nochmal an meinem geistigen Auge vorüberziehen. Ein schöner Urlaub und ein schöner Törn.
Kaum eine Stunde später erfolgt die Übergabe der Yacht, während Daniel und Marika zur nächsten Apotheke pilgern. Ihre Magenkrämpfe haben wieder zugenommen.
Das Prozedere der Übergabe läuft absolut easy. Eine Kontrolle mit Abhaken der Checkliste, sowie oftmals in Deutschland üblich, will keiner machen. Es ist schließlich Urlaub. Die Kaution erhalten wir sofort zurück.

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N 36° 38' E 29° 20'

14.Tag, Samstag, 16.06.2007: Fethiye -> Düsseldorf ; Abreise

June 16, 2007

Da die Bjarne heute nicht mehr verchartert wird, können wir so lange an Bord bleiben, wie wir wollen.
Wir gehen nochmal richtig ausgiebig duschen. Die Sanitären Anlagen in der Ece Marina sind wirklich mustergültig.
Mittags treffen wir uns mit Orhan, einem entfernten Arbeitskollegen von Marika der Mastur Reiseagentur. Wir laden ihn zum Essen ein, um uns für den bevorzugten Service vor Ort zu bedanken.
Er führt uns in ein Restaurant, das all unseren Erwartungen an die türkische Küche mehr als gerecht wird.

Nach dem Essen schlendern wir noch ein bisschen durch Fethiye – auf der Suche nach Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Die Temperatur beträgt mittlerweile 36°C. Wir wissen, dass eine Hitzewelle auf das südliche Mittelmeer zukommen soll. 45°C und mehr werden vorausgesagt. Zeit, zu verschwinden.

Um 21:40 setzen wir wieder in Düsseldorf auf. Unser Urlaub ist zu Ende.

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